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Merrill Lynch in London: 21-jähriger Deutscher stirbt im Bankpraktikum

Der deutsche Austauschstudent Moritz E. starb vergangene Woche während eines Austauschpraktikums bei Merrill Lynch. Zahlreiche durchgearbeitete Nächte sollen dem fleißigen jungen Mann zugesetzt haben.

Der 21-jährige Moritz E. hatte einen der begehrten Plätze für ein Praktikum bei der Bank of America Merrill Lynch (BAML) in London bekommen. Der Deutsche hat an der privaten WHU Otto-Beisheim-Wirtschaftshochschule in der Nähe von Koblenz studiert und wollte über den Sommer für sieben Wochen ins Arbeitsleben eintauchen. Eine Woche vor dem Ende seines siebenwöchigen Praktikums wurde der junge Mann tot aufgefunden, nachdem er drei Tage lang nicht bei der Arbeit erschienen sein soll. Ein Mitbewohner habe ihn in der Dusche gefunden. Als die Sanitäter im Claredale House, der Unterkunft des Studenten, eintrafen, konnten sie lediglich seinen Tod feststellen, Rettungsversuche blieben erfolglos.

Nach einem Bericht von "BloombergBusinessweek" ist die Todesursache bislang noch nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass E. tagelang nicht geschlafen habe. Dem Londoner "Evening Standard" sagte einer seiner Mitbewohner: "Er hatte drei Tage und Nächte durchgearbeitet ... ich nehme an, es war Erschöpfung, er hat schließlich bei einer Investmentbank gearbeitet." Die zahlreichen Überstunden seien kein Einzelfall gewesen, ein anderer Mitbewohner sprach von acht durchwachten Nächten in zwei Wochen.

Im Forum der Website wallstreetoasis.com wird ebenfalls über die Umstände spekuliert. Eine Obduktion soll nun für Klärung sorgen.

bal
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