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Philippinen: Fähre mit 823 Menschen an Bord gesunken

Vor der Küste der Philippinen ist eine Personenfähre mit mehr als 800 Menschen an Bord gesunken. Die "Princess of the Star" war Samstag während des Taifuns "Fengshen" nach einem Maschinenschaden auf Grund gelaufen. Die Behörden befüchten, dass es kaum Überlebende gibt.

Vor der Küste der Philippinen ist die Personenfähre "Princess of the Star" am Samstag während eines schweren Sturms nach einem Maschinenschaden vor der zentralphilippinischen Insel Sibuyan auf Grund gelaufen. An Bord waren den Angaben zufolge 702 Passagiere und 121 Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Polizei wurden bislang vier Leichen an der Küste gefunden, zwei davon weiblich. Mindestens drei Überlebende hätten sich retten können. Der Taifuns "Fengshen" war mit Windböen von bis zu 150 Kilometern in der Stunde über das Land hinweggefegt.

Sturm vereitelte Rettungsversuche

"Wir befürchten, dass weitere Leichen in der Fähre eingeschlossen sind", sagte Polizeichefinspektor Reynaldo Reyes. Rettungsboote hätten wegen des schlechten Wetters umkehren müssen. Ein Sprecher der Marine sagte: "Eines unserer Schiffe musste seine Aktion abbrechen wegen der riesigen Wellen, des heftigen Regens und des starken Windes." Eine der beiden toten Frauen, die man bei der Ortschaft San Fernando gefunden habe, sei auf einer Schaummatratze festgebunden gewesen. Die Polizei, örtliche Behörden und Freiwillige würden die Küste weiter nach möglichen Überlebenden absuchen.

Ein von der Küstenwache entsandtes Rettungsschiff kam wegen des Sturms und der hohen Wellen nicht zu dem Havaristen durch. Bewohner der Insel berichteten dann am Sonntag, in der Nähe des Ufers den Bug eines großen gekenterten Schiffes gesehen zu haben.

Fast alle Städte stehen unter Wasser

Der Taifun, der seit Freitag über die Philippinen hinwegzieht, hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Nach Angaben des Roten Kreuzes hat er mindestens 155 Menschen das Leben gekostet. Rot-Kreuz-Chef Richard Gordon erklärte, die Zahl basiere auf Rückmeldungen von Mitarbeitern vor Ort. Allein in der zentralen Provinz Iloilo rund 560 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila habe es 59 Tote gegeben. Zahlreiche Ortschaften seien dort vom sturmgepeitschten Hochwasser überflutet worden, hieß es.

"Fast alle Städte stehen unter Wasser. Es ist wie ein Ozean." Tausende Menschen seien obdachlos geworden. Das Unwettergebiet erreichte am Sonntag auch die Hauptstadt Manila, wo heftiger Regen niederging. Von dem Wirbelsturm betroffen war auch die südliche Provinz Maguindanao. Der Taifun verwandelte hier Flüsse und selbst kleine Wasserläufe in reißende Ströme, die über ihre Ufer traten. Mindestens drei Häuser wurden von den Fluten weggespült.

DPA/AP / AP / DPA
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