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"Anschlag auf kulturelles Erbe": Restauration geht völlig schief: Heiligenfigur sieht aus wie ein schlechter Scherz

Eine Holzfigur aus dem sechsten Jahrhundert sollte einfach nur restauriert werden. Jetzt sieht sie aus wie ein Comic. Die Vorher-Nachher-Bilder aus einer Kirche in der spanischen Provinz Navarra machen sprachlos.

Die Restauration einer Heiligenfigur im spanischen Estrella könnte nun rechtliche Konsequenzen haben – so schlecht ist das Ergebnis

Die Restauration einer Heiligenfigur im spanischen Estrella könnte nun rechtliche Konsequenzen haben – so schlecht ist das Ergebnis

Eine jahrhundertealte Heiligenfigur in der spanischen Provinz Navarra ist nach einer missglückten Restaurierung zum Gespött über die Region hinaus geworden. Die Holzfigur des heiligen Georg stammt aus dem sechsten Jahrhundert und steht in einer Kirche in Estella in der spanischen Provinz Navarra. Die Georgsfigur ist ein Schatz spanischer Kultur, oder treffender: war ein Schatz spanischer Kultur. Denn von der ursprünglichen Version des Relikts ist nach der Restauration nichts mehr übrig. Einfach gesprochen: Das ganze Projekt ist ein Witz – und die Spanier sind empört.

"Eine bedauerliche Leistung"

Der Bürgermeister von Estella schrieb auf Twitter: "Ich habe vor dieser 'Restaurierung' durch die Initiative der Pfarrei gewarnt. Auf den ersten Blick eine bedauerliche Leistung, für die wir eine Lösung finden müssen."

Vorher-Nachher-Bilder in den sozialen Netzwerken zeigen das Ausmaß dieser "bedauerlichen Leistung":

"Von einem Kunstwerk zu einem Disney-Cartoon", schreibt ein Nutzer auf :

Ein "Anschlag auf das kulturelle Erbe"

Der spanische Restauratorenverband (ACRE) spricht von einem "Anschlag auf das kulturelle Erbe" und verwendet den Begriff "desaströs", wie die "Welt" berichtet.

Die Restauration war von "unfähigem Personal" vorgenommen worden. Jetzt werden sogar rechtliche Schritte geprüft, denn der Pfarrer habe eine Handarbeitslehrerin aus Estella ohne Rücksprache mit zuständigen Kulturbehörden mit dem Projekt betraut. Das sei gegen die Vorschriften. 

Zweifelhafter Ruhm schlechter Restauratoren

Es ist nicht das erste Mal, dass Spanien in zweifelhaften Ruf gerät, weil eine vermeintliche Restauration den Wert des Kulturschatzes zerstört: 2012 hatte Rentnerin und Hobbymalerin Cecilia Geménez in Nordspanien ein Jesus-Fresko restauriert und das wertvolle Wandgemälde damit ruiniert.

Immerhin: Das Wandgemälde wurde zum Publikumsmagneten und Zehntausende Menschen pilgern seit seiner Verunstaltung in die Wallfahrtskirche Santuario de Misericordia in Borja.

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