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Bluttat in San Bernardino: Angreifer soll Kontakt zu Terrorverdächtigen gehabt haben

14 Menschen starben, als Syed F. und seine Frau in Kalifornien eine Weihnachtsfeier stürmten und um sich schossen. Was bewegte das Paar zu der Tat? Ermittlern zufolge gibt es Hinweise, dass F. sich radikalisiert hatte.

Syed F. und Tashfeen M. sollen in San Bernardino 14 Menschen getötet haben

Syed F. und seine Frau Tashfeen M. töteten im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen

Mit welchem Motiv Syed F. und seine Frau Tashfeen M. am Mittwoch in eine Sozialeinrichtung in Kalifornien stürmten und 14 Menschen töteten, ist noch weitgehend unklar. Doch es gibt Hinweise darauf, dass die Tat in San Bernardino einen terroristischen Hintergrund haben könnte. Mehrere US-Medien berichten, dass der 28-jährige Täter Kontakt zu Terrorverdächtigen gehabt haben soll. 

Wie "ABC News" unter Berufung auf Ermittler berichtet, waren die Personen, mit denen F. zu tun gehabt haben soll, dem FBI bekannt. Allerdings soll es sich bei ihnen nicht um "spezifische Ziele des FBI" gehandelt haben. Inwiefern ein Kontakt bestand, ist nicht genau bekannt. Laut "CNN" kommunizierte F. telefonisch und über soziale Netzwerke mit den Terrorverdächtigen.

"Ruhig, schüchtern, introvertiert"

Ein Imam in San Bernardino wies die Berichte über einen möglichen religiösen Hintergrund zurück. "Wir haben keine Anzeichen einer Radikalisierung gesehen", sagte Mahmood Nadvi von der Al-Uloom-Al-Islamiyah-Gemeinde. Der Student Nizaam Ali berichtete, F. habe die Moschee regelmäßig besucht, er habe ihn aber seit drei Wochen nicht mehr gesehen.

Ein anderes Gemeindemitglied beschrieb den mutmaßlichen Schützen als "ruhig, schüchtern und reserviert". Er könne sich nicht vorstellen, dass er die Tat aus religiösen Motiven begangen habe, sagte Gasser Shehata.

F. soll die Feier wütend verlassen haben

War eine Auseinandersetzung der schlussendliche Auslöser? Auf der Weihnachtsfeier im Inland Regional Center hat es laut Polizei kurz vor der Tat einen Streit gegeben. F. soll die Party wütend verlassen haben. Dann kehrten er und seine Frau in dunkler Militärkleidung zurück und eröffneten das Feuer. Die vierzehn Todesopfer waren zwischen 26 und 60 Jahre alt. Nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei wurde das Paar getötet.


Die Angreifer besaßen ein großes Waffenarsenal, wie inzwischen bekannt wurde. Allein in ihrer Wohnung fanden Ermittler zwölf Rohrbomben und mehr als 4500 Schuss Munition für Sturmgewehre, Pistolen und langläufige Waffen. FBI-Ermittler David Bowdich sprach später von einer gezielt geplanten "Mission". Das Paar sei "eindeutig" zu weiteren Angriffen fähig und dafür ausgerüstet gewesen, sagte der Polizeichef von San Berdardino, Jarrod Burguan.

Paar hinterlässt sechs Monate alte Tochter

F. hatte seine Frau, eine Pakistanerin, im Internet kennengelernt. Sie trafen sich erstmals in Saudi-Arabien und reisten im Juli 2014 gemeinsam in die USA ein, heißt es. Die beiden hinterlassen ein sechs Monate altes Mädchen.

kis / DPA / AFP