HOME

Sri Lanka: Der Unterricht geht weiter

790 Schulen und private Spender haben bisher 1,05 Millionen Euro für die stern-Aktion überwiesen. Nun stehen die ersten Schulen in Sri Lanka fest, die mit diesem Geld wieder aufgebaut werden.

Der Wiederaufbau in Sri Lanka beginnt: Für drei Schulen im Süden und Osten hat die Deutsche Welthungerhilfe im Namen der stern-Aktion "Schulen helfen Schulen" Verträge unterschrieben, weitere werden folgen. Zwei der drei Schulen liegen im Osten von Sri Lanka: Für die Ashrof Muslim Primary School in Palamunai wird die Welthungerhilfe zwei neue Gebäude errichten sowie eine Aula und Wohnungen für Lehrer. Die Kosten für die Neubauten inklusive einer Schulmauer, Möbeln und Wasserversorgung betragen 155 000 Euro. Die Alighar Vidyalaya Secondary School in Arayampathy wurde komplett von der Flut unterspült. Ein Gebäude wird neu gebaut, zwei andere werden renoviert. Außerdem installiert die Hilfsorganisation neue Toiletten und saniert den Brunnen. Die Kosten belaufen sich auf 62 000 Euro.

Im Süden kümmert sich die Welthungerhilfe um die Buonavista Primary School in Unawatuna. Eigentlich sollte die Schule geschlossen werden, weil ihre Lage auf dem Berg als unpraktisch galt. Jahrelang gab es keine Gelder mehr für die Renovierung des Daches, es fehlen Bänke, Stühle, Tafeln. Jetzt haben viele Eltern die Schule ausgesucht, gerade weil sie hoch liegt. Abwechselnd werden Klassen nach draußen zum Spielen geschickt, um wenigstens einen Teil der Schüler vernünftig unterrichten zu können. Auch hier wird mit stern-Spenden ein weiteres Gebäude mit 42 000 Euro finanziert. Diese Schulen sind erst der Anfang.

Bis Mitte April haben sich 790 Schulen registriert, 1,05 Millionen Euro spendeten Schüler, Lehrer, Unternehmen und Einzelpersonen bisher. Wir werden jedem Spender präzise mitteilen können, was für sein Geld angeschafft oder gebaut wurde. Doch die ersten Pläne lassen schon voraussehen, dass der stern nicht für jede einzelne Schule einen Partner im Flutgebiet anbieten kann. Man braucht Spenden von 30 bis 50 Schulen, um den Aufbau einer zerstörten Schule zu finanzieren. Daher regen wir an, dass sich Schulen zusammenschließen. Wir werden den an der Aktion Beteiligten dazu Vorschläge machen.

Für den Aufbau der Partnerschaften ist weiter Geduld nötig. Oft sind Lehrer und Schüler auf ganz unterschiedliche Übergangsschulen verteilt. In einigen Distrikten im Norden gehen immer noch ein Drittel der Kinder gar nicht zum Unterricht - aus Angst oder weil die neuen Schulen für sie schlechter erreichbar sind. Es wird noch Monate dauern, bis unter solchen Umständen Brief- oder E-Mail-Kontakt zu deutschen Schulen funktioniert. Auch wann mit dem Aufbau weiterer Schulen begonnen werden kann, ist noch nicht klar. 30 Organisationen haben sich in Sri Lanka um Schulprojekte beworben. Die Regierung in Colombo hatte im März Leitlinien für den Aufbau von Schulen aufgestellt, die für die Geber-Organisationen nicht akzeptabel waren. So waren dort Computer als Standardausstattung vorgesehen. Dabei haben einige Schulen noch nicht einmal einen gesicherten Stromanschluss. Die Geber verhandeln daher mit jeder Schule einzeln, was sinnvoll angeschafft und aufgebaut werden sollte. Das kostet Zeit.

In Indonesien ist die Situation weiterhin unüberschaubar. Gerade erst ist die Nothilfe abgeschlossen. Die Regierung in Jakarta hat jetzt die Aufsicht über den Wiederaufbau an die lokalen Verwaltungen zurückgegeben. Diese sollen den Aufbau der Schulen koordinieren. Der stern hält weiter mit den deutschen Botschaften vor Ort, der Welthungerhilfe und der Koordinationsstelle für die Partnerschaftsinitiative des Bundeskanzlers Kontakt, um die richtige Verwendung der Spenden sicherzustellen.

Cornelia Fuchs / print