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Telefonstreich: Australier gibt die beste Jobreferenz für einen Unbekannten

Bei dem Versuch, von einem Fremden eine positive Jobreferenz zu bekommen, gerieten die australischen Radiomoderatoren Hamish und Andy an den zuverlässigsten Kumpel des ganzen Landes.

Hamish lacht sich am Mikrofon kaputt

Mit dem Anruf einer willkürlichen Telefonnummer hat Hamish richtig Glück gehabt: James gibt dem Radiomoderator die beste Jobreferenz, die er sich wünschen kann – er lügt total kreativ

In ihrem Format "Driving you home", das der australische Radiosender Hit Network wochentags ab 16 Uhr ausstrahlt, haben die Moderatoren Hamish und Andy sich einen besonderen Telefonscherz überlegt: Hamish wählt eine zufällige Telefonnummer und bittet den Fremden, für ihn zu bürgen. Er gibt vor, auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen zu sein. Weil er jedoch in seinem Lebenslauf nicht ausreichend Referenzen angeben könne, habe er wahllos eine Nummer aufgeschrieben, eben jene von James, dem angerufenen Opfer des Streichs. Es sei total unwahrscheinlich, dass ausgerechnet bei ihm nachgefragt würde, erklärt Hamish, aber ob er wohl im Fall des Falles für ihn aussagen könne. "Wenn Sie jemand anruft und fragt 'Kennen Sie Tim Barnard?'", ob er dann als persönliche Referenz herhalten könne. "Ja", sagt James, ohne zu zögern. "Das ist kein Problem."

Wenn das australische Englisch auch an manchen Stellen nicht ganz leicht zu verstehen ist, wird sofort klar, dass Hamish mit James den Jackpot gewonnen hat. Zehn Minuten nach dem ersten Gespräch ruft Hamishs Kollege Andy bei James an. Er gibt vor, "Graham Burn von einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen" und so begeistert von "Tim" zu sein, dass er ihn am liebsten vom Fleck weg einstellen würde. Deswegen hätte er sich direkt darangesetzt, dessen Jobreferenzen zu prüfen.

Ein wirklich treuer Freund, der Fremde

Rund zehn Jahre lang würde er Tim schon kennen, lügt James munter drauf los, als der Moderator in danach fragt. Und auch auf die Frage, wie sie sich kennengelernt hätten, fällt ihm sofort eine Antwort ein: "Im Fußballverein". Die kritischen Nachfragen des Moderators bringen James keine Sekunde lang aus der Bahn, er kreiert ein rundes und sympathisches Bild – für einen Mann, den er noch nie in seinem Leben gesehen hat.

Selbst als es ans Eingemachte geht, steht James für seinen "Freund Tim" ein. Auf die Frage, ob Tim gut mit Geld umgehen könne, schließlich habe er bei seiner zukünftigen Aufgabe ein Budget von mehr als einer Million zu verwalten, erfindet er sofort eine Geschichte: Tim habe ihm bei diversen Spendensammlungen geholfen und er springe als Kassenwart ein. James bleibt seiner Fußballgeschichte treu. Lediglich bei der Frage nach der anderen Sprache, die der bilingual aufgewachsene Tim spricht, muss James passen. Und das tut ihm wirklich leid. 

Die allerschönste Antwort gibt der pfiffige James auf die Frage nach Tims Aussehen: "What you see is pretty much, what you get", antwortet er, "Was du siehst, ist so ziemlich das, was du bekommst." Die Redewendung wird üblicherweise für die Echtbilddarstellung am Computer verwendet. Ohne das pretty much, versteht sich. Es ist passiert, die Moderatoren brechen förmlich vor Lachen zusammen – und klären James auf. "James, du bist der beste Kumpel auf der Welt!", meldet sich Hamish zurück. Woraufhin James trocken kontert, er habe selbst schon überlegt, wie er Kontakt zu Tim aufnehmen könne, um ihm zu erzählen, was er für einen guten Job für ihn gemacht hätte.

Ob bei uns wohl jemand ähnlich reagiert hätte? Bei Reddit geht die Geschichte jedenfalls durch die Decke. 

bal
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