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"Space Bubbles" "Neue Normalität": US-Band "The Flaming Lips" gibt Live-Konzerte in Plastikblasen

Bereits im Oktober testeten "The Flaming Lips" ihre Idee der "Space Bubbles 
Bereits im Oktober testeten "The Flaming Lips" ihre Idee der "Space Bubbles 
© Scott Booker
Die US-amerikanische Rockband "The Flaming Lips" gab am vergangenen Wochenende trotz Coronapandemie in ihrer Heimat Oklahoma City zwei Live-Konzerte. Dank Plastikblasen, sogenannter "Space Bubbles", ging das sogar virensicher.

Was einmal als künstlerisches Stilmittel fungieren sollte, entpuppte sich in Zeiten der Coronapandemie als geniale Idee: Wayne Coyne, Sänger und Kopf der amerikanischen Band "The Flaming Lips", spaziert seit Jahren zum Ende eines jeden Live-Konzerts in einer durchsichtigen Plastikblase über den Köpfen seiner Fans.

Diese Idee hat Coyne mit seinen Bandkollegen nun weitergedacht und gab am vergangenen Wochenende in deren Heimatstadt Oklahoma City zwei nicht-virtuelle Gigs. Dank Plastikblasen, sogenannter "Space Bubbles", ging das sogar virenfrei. Hier begab sich eine Virengemeinschaft, die höchstens zu dritt sein durfte, in eine dieser Plastikblasen. Auch die Bandmitglieder waren jeweils in einer "Bubble" isoliert. 

Das erste "Space Bubbles"-Konzert gab es bereits im Oktober

Den ersten Testlauf zu ihrer "Space Bubbles"-Konzertreihe, die im Dezember 2020 beginnen sollte, hatten die "Flaming Lips" bereits im Oktober 2020. Aufgrund gestiegener Zahlen an Covid-Erkrankten in Oklahoma City Ende vergangenen Jahres, verschob die Band nun ihre beiden Shows auf Januar 2021.

Beide Gigs wurden vom Kameramann Nathan Poppe dokumentiert, der auch den Aufbau der ungewöhnlichen Konzerte bei Twitter teilte. Auf dem Boden der Halle wurde ein Gittermuster von  etwa 3x3-Meter-Quadraten ausgelegt. In jedes dieser Quadrate stellte man nun eine der "Space Bubbles", die jeweils mit einer Flasche Wasser, einem Handtuch, einem Lautsprecher für höhere Frequenzen und einem Schild für die Sicherheitsleute ausgestattet war. Mit dem Schild konnte man entweder signalisieren, dass einem zu warm ist oder dass man mal aufs Klo muss.

Dafür wurde einem von den Angestellten entweder frische Luft in die Blase gepumpt, oder man wurde abgeholt und unter Maskenpflicht zum Lokus eskortiert. Am Ende des Konzerts begaben sich alle Zuschauer in ihrer Plastikblase zu ihren Autos. Insgesamt gab es 100 solcher Bubbles.

"Sicherer als in den Supermarkt zu gehen"

Ideengeber Wayne Coyne versprach vergangenes Jahr gegenüber "Rolling Stone", ein Besuch dieser Konzerte sei "sicherer als in den Supermarkt zu gehen". Über seinen Instagram-Kanal teilte der Sänger ein Erklärvideo, wie die "Bubble-Konzerte" ablaufen und schrieb dazu "Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit aber auch eine Menge Spaß." Bei den Fans kam das jedenfalls gut an. Zahlreiche seiner Follower kommentieren, dass sie unbedingt mal eines der "Space Bubbles"-Konzerte besuchen wollen.

"Es ist eine sehr eingeschränkte und damit seltsame Veranstaltung. Aber diesen verrückten Kram machen wir, damit wir ein Konzert genießen können, ohne unsere Familien und andere in Gefahr zu bringen", sagt Coyne zu "Rolling Stone". Ob Konzerte in Plastikblasen die Zukunft sind? Coynes Fazit lautet: "Ich denke, das ist die neue Normalität - man geht vielleicht zu einer Show, man geht vielleicht nicht. Aber am Ende finden wir irgendwie eine Lösung."

Quellen: Rolling Stone, BBC

yak

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