Tragödie Ludwigshafener Brandursache weiter unklar


Warum das tödliche Feuer in dem Ludwigshafener Wohnhaus ausgebrochen ist, bleibt unklar. Man ermittele in alle Richtungen weiter, so die Staatsanwaltschaft. Sie äußerte sich auch zu einem Bekennerschreiben des "Deutschen Widerstands".

Die Ursachen des tödlichen Feuers in einem Ludwigshafener Mehrfamilienhaus mit neun Toten liegen nach Polizeiangaben weiter im Dunkeln. Es kämen unvermindert verschiedene Auslöser für das Feuer in Betracht, sagte Oberstaatsanwalt Lothar Liebig in Ludwigshafen bei einer Zwischenbilanz der Ermittlungsarbeiten. Sicher sei weiterhin nur, dass das Feuer im Keller des Gebäudes entstanden sei. Die Sachverständigen seien mit ihrer Arbeit noch nicht am Ende, sagte der Oberstaatsanwalt. Es stünden beispielsweise noch vielfältige Zeugenvernehmungen und andere Nachforschungen aus.

Liebig berichtete außerdem von einem Schreiben an die Zeitung "Mannheimer Morgen", in dem sich ein "Deutscher Widerstand" zu einem Anschlag auf das Haus bekannte. Liebig sagte, es handele sich dabei eindeutig um einen "Trittbrettfahrer". Nach dem Feuer waren schnell Spekulationen über einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund aufgekommen. Die Behörden schließen dies weiterhin nicht aus, halten aber auch einen technischen Defekt oder fahrlässige Brandstiftung für möglich.

Bei dem Brand am vorletzten Wochenende waren in dem von Türken bewohnten Haus neun Menschen - darunter fünf Kinder - getötet worden. Spekulationen über einen Anschlag hatten dazu zeitweise die deutsch-türkischen Beziehungen belastet. An den Untersuchungen zu dem Feuer nehmen auch türkische Experten teil.

Die Ermittler gehen inzwischen 135 Spuren nach. Dazu zählten zum Beispiel Hinweise aus der Bevölkerung, aus den Medien und aus Zeugenbefragungen, sagte Polizeisprecher Volker Klein.

Die neun Toten waren am Montag im türkischen Gaziantep beigesetzt worden. Der Bürgermeister der Stadt, Asim Güzelbey, hat Ludwigshafen eine Städtepartnerschaft vorgeschlagen. Er will einem Medienbericht zufolge nach Ludwigshafen reisen, um Polizisten und Feuerwehrleute für ihren Einsatz mit einer Plakette zu ehren.

AP/hil AP

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