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Tsunami-Opfer: Flutwelle zieht Verbrechen nach sich

Sie vergewaltigen überlebende Frauen und brechen in die Häuser von Vermissten ein: Die Flutkatastrophe in Südasien ruft weltweit Kriminelle aller Art auf den Plan.

In Sri Lanka alarmierte eine Frauenrechtsgruppe am Montag die Behörden, weil überlebende Frauen der Flutkatastrophe in den Auffanglagern Opfer von Vergewaltigern wurden. "Wir haben Berichte über einzelne Vergewaltigungen, Vergewaltigungen durch Gruppen, Belästigungen und andere Gewaltanwendungen gegen Frauen und Mädchen bei unkontrollierten Rettungsoperationen und in Notunterkünften", so die Organisation Women and Media Collective.

Die Organisation Save the Children warnte davor, dass Kinder, die bei den Unglück zu Waisen geworden sind, noch Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung werden könnten. Dies seien Erfahrungen aus früheren Katastrophen, sagte die schwedische Chefin der Organisation, Charlotte Petri Gornitzka.

In Thailand haben als Polizisten und Rettungskräfte getarnte Diebe Gepäck und Hotelsafes in dem Ferienort Khao Lak geplündert, wo die Tsunami-Welle rund 3000 Menschen tötete. Schweden entsandte sieben Polizeibeamte dorthin. Sie sollen Berichten nachgehen, wonach ein zwölfjähriger schwedischer Junge entführt wurde, dessen Eltern von der Welle fortgeschwemmt worden waren.

Schweden, das mehr als 2500 Urlauber in den Flutgebieten vermisst, hat die Veröffentlichung von Namen der Vermissten eingestellt, weil Häuser bereits zum Ziel von Dieben wurden. "Es ist leider so, dass bei einigen Leuten, die vermisst werden, die Häuser durchsucht und teilweise ausgeräumt wurden", sagte Staastsekretär Lars Danielsson im Rundfunk. Nach Polizeiangaben hat es ähnliche Plünderungen auch schon nach dem Fährunglück mit der "Estonia" im Jahr 1994 gegeben. Damals waren 551 Schweden ums Leben gekommen.

In Norwegen befürchtet die Polizei, dass Kriminelle versuchen könnten, auf die Vermisstenlisten zu kommen, um eine neue Identität zu erhalten oder Versicherungen abzukassieren. Kjersti Oppen von den Ermittlungsbehörden sagte, die Vermisstenlisten würden nach Personen mit Vorstrafen oder großen Schulden durchsucht.

Reuters / Reuters