Über der Nordsee Acht Tote bei Hubschrauberabsturz


Acht Menschen sind tot, für die restlichen acht Insassen eines Hubschraubers besteht keine Hoffnung mehr: Auf dem Rückweg von einer Öl-Plattform in Richtung des schottischen Aberdeen war der Helikopter in die Nordsee gestürzt. Der Pilot hatte plötzlich die Kontrolle über sein Gerät verloren.

Bei einem Hubschrauber-Absturz in der schottischen Nordsee sind am Mittwoch mindestens acht der 16 Insassen ums Leben gekommen. Es wurde befürchtet, dass alle Passagiere und die beiden Piloten getötet wurden. Die Rettungskräfte hätten acht Leichen aus dem Meer geborgen, sagte eine Polizeisprecherin in Aberdeen. Nach den acht weiteren Insassen wurde am Abend im Umkreis der Unglücksstelle gesucht. "Wir können wohl alle 16 Leben als verloren ansehen", sagte der schottische Ministerpräsident Alex Salmond.

Der Helikopter sei auf dem Rückweg von einer Öl-Plattform des Energiekonzerns BP gewesen, teilte die Küstenwache mit. Knapp 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Aberdeen habe der Pilot plötzlich die Kontrolle über die Maschine verloren und noch einen Notruf abgesetzt, bevor der Hubschrauber vom Typ Super Puma gegen 14 Uhr (Ortszeit) ins Meer stürzte. Nach Angaben von Meteorologen hatte es zum Unglückszeitpunkt keine Wetter-Turbulenzen gegeben.

Rettungsinseln umgekippt

Küstenwache und Marine schickten umgehend Schiffe zur Unglücksstelle rund 20 Kilometer östlich des Ortes Crimond. Die Luftstreitkräfte waren mit zwei Rettungshubschraubern im Einsatz. Elf Schiffe, die per Notruf alarmiert wurden, seien zusätzlich zur Unglücksstelle gefahren. Als die Rettungskräfte eintrafen, schwammen zwei aufblasbare Rettungsinseln auf dem Wasser, die beide umgekippt waren. Die 14 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder sollen zudem Rettungswesten getragen haben.

Erst am 18. Februar war ein baugleicher Hubschrauber derselben Firma, Bond Offshore Helicopters, ebenfalls nahe der schottischen Küste abgestürzt. Bei dem gescheiterten Landeanflug auf eine Ölplattform wurden 18 Menschen verletzt. Die Gesellschaft hatte 2004 die ersten Helikopter des Bautyps AS 332 L2 geliefert bekommen.

Den Transporthubschrauber Super Puma stellt die EADS-Tochter Eurocopter her. Eine Maschine ähnlichen Typs fliegt auch für die Bundespolizei. Beim Militär wird der Helikoptertyp Cougar genannt.

DPA DPA

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