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Unfall bei illegalem Rennen Polizei lässt Leiche auf der Straße liegen


Brutale Methoden der chinesischen Polizei im Kampf gegen illegale Rennen: Um Autofahrer abzuschrecken, blieb nach einem Unfall die Leiche eines Rasers über lange Zeit unbedeckt auf der Straße liegen.
Von Ellen Ivits

Im Kampf gegen illegale Straßenrennen greift die chinesische Polizei zu drastischen Methoden. Einem Bericht der Onlineausgabe der britsichen Tageszeitung "Daily Mail" zufolge, haben Polizeibeamte nach einem schrecklichen Unfall die Leiche des verunglückten Fahrers auf der Straße liegen gelassen. Über eine Stunde war der Tote unverdeckt den neugierigen Blicken von Passanten ausgesetzt. Die Zurschaustellung des Leichnams sollte anscheinend anderen Autofahrern als Warnung dienen.

Wie die "Daily Mail" berichtet, war der tödlich verunglückte Tao Lung mit einer Geschwindigkeit von über 240 Kilometern pro Stunde durch die Straßen der chinesischen Provinzhauptstadt Kunming gerast. Mit seinem weißen Jaguar lieferte er sich mit einem zweiten Wagen ein halsbrecherisches Rennen. Als er seinen Gegner überholen wollte, tauchte aus einer Hauseinfahrt ein drittes Fahrzeug auf. Lung konnte nicht mehr bremsen, schrammte die Bordsteinkante und fuhr gegen einen Baum. Dabei wurde der 28-Jährige auf die Straße geschleudert, wo ihn ein weiteres Auto überfuhr. Der junge Mann soll sofort tot gewesen sein.

Als die Polizei am Unfallort eintraf, sollen die Beamten die Leiche nicht bedeckt und so vor den Blicken der Schaulustigen geschützt haben. Während die Polizisten den Unfallort untersuchten und das Wrack des Sportwagens abtransportieren ließen, konnten Passanten und andere Autofahrer ungehindert die Leiche betrachten. Auch Kinder sollen in der Zuschauermenge gewesen sein. Erst nachdem die Arbeit am Unfallort beendet war, wurde Lungs Körper auf einen Leichenwagen verladen.

Weltweit höchste Verkehrstotenzahl

Einem Anwohner zufolge soll die Polizei zu dieser abschreckenden Methode gegriffen haben, weil sie keine anderen Sanktionsmaßnahmen vornehmen könne. "Die Leute hier, die so schnell fahren, sind reich. Die Polizei will sie nicht direkt angreifen. Ich glaube auf diese Weise, wollen sie die Botschaft vermitteln, dass solche Raserei ihren Preis hat. Für manche wird dieser Preis vielleicht zu hoch sein."

In China werden illegale Straßenrennen immer beliebter. Auf YouTube prahlen junge Männer aus dem ganzen Land mit ihren nächtlichen Aktionen. Mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde rasen sie durch chinesische Großstädte. Dabei geht es den Teilnehmern vor allem um Respekt und Prestige und weniger ums Geld. Manche Raser-Clubs geben sogar eine Altershöchstgrenze und einen Automindestwert vor.

In China sterben jedes Jahr mindestens 220.000 Menschen bei Verkehrsunfällen. Damit ist das Land der aufgehenden Sonne für ein Viertel aller Todesfälle im Straßenverkehr weltweit verantwortlich - und ist somit trauriger Rekordhalter.


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