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Was macht eigentlich ...: ... Heinrich Löwen?

Der Berufsberater aus Vilshofen verlor vor zehn Jahren beim Unglück des ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" in Eschede seine Frau Christl und seine Tochter Astrid.

Herr Löwen, können Sie noch Zug fahren?

Ja, mittlerweile macht mir das nicht mehr viel aus. Ich steige auch in den ICE. Aber ich habe ein mulmiges Gefühl, wenn der Zug rattert oder holpert. Wirklich unangenehm ist es, wenn ich einen ICE vorbeirasen sehe. Diesen weißen Zug von außen zu sehen ist für mich sehr belastend.

Am 3. Juni jährt sich die Katastrophe von Eschede zum zehnten Mal. Was werden Sie an dem Tag machen?

Wie jedes Jahr nach Eschede fahren, jedoch mit dem Auto. Es wird eine Gedenkfeier geben, bei der auch ich ein paar Worte sprechen werde. Uns Opferangehörigen ist wichtig, dass diese Veranstaltung ohne viel Tamtam abläuft, nicht zur Profilierung Einzelner dient. Deswegen soll auch niemand von der Bahn auftreten, das gäbe nur Ärger.

Haben Sie den Verantwortlichen der Bahn mittlerweile vergeben?

Nein. Vergeben kann man erst, wenn der Gegenüber um Entschuldigung und Verzeihung bittet. Die Bahn hat sich nie zu ihrer Verantwortung, nie zu ihren Fehlern und Versäumnissen bekannt …

… die auch in dem Strafprozess vorgebracht wurden, der letztlich eingestellt wurde.

Die deutsche Justiz hat ihre schützende Hand über das Staatsunternehmen Bahn gehalten.

Die Bahn hat als Entschädigung für jedes Opfer 30.000 Mark gezahlt. Waren Sie damit zufrieden?

Nein. Eine großzügige Summe wäre zumindest eine Geste der Wertschätzung gewesen. Die 30.000 Mark empfinde ich als Akt der Geringschätzung. Opfer und Angehörige wurden ein weiteres Mal verletzt.

Wie geht es Ihnen nach den zehn Jahren?

Anfangs war die Trauer ein tumber Schmerz, der sich über alles gelegt hatte. Es ging wirklich nur darum, zu überleben. In den Folgejahren habe ich langsam gelernt, besser mit der Trauer umzugehen. Der Umgang mit meinem Schmerz hat mich stärker, reifer gemacht. Ich bin gelassener geworden und kann mich schon wieder über unzuverlässige Kommunalpolitiker aufregen.

Können Sie sich auch wieder freuen?

Ja. Es hat allerdings gedauert. Zwei Jahre nach dem Unglück hat mein Sohn Christoph einen Musikwettbewerb gewonnen. Ich war wirklich begeistert. Die Trauer und das Andenken an meine Frau und meine Tochter schließen Freude auch nicht aus. Ich glaube nicht, dass die beiden wollen, dass ich mich emotional eingrabe.

Denken Sie oft an Ihre Frau und Tochter?

Ja, aber es hat sich über die Jahre schon verändert. Wenn ich noch immer - wie anfangs - an das Leben vor dem Unglück denke würde, daran, wie schön es hätte werden können, würde es mich zu sehr belasten. Ich will meine Energie aber nicht darauf konzentrieren, zu wehklagen. Doch damit sind sie natürlich nicht vergessen. Es waren zwei großartige Menschen.

Glauben Sie, die "Zeit heilt alle Wunden"?

Ja und nein. Sicherlich wurde das Gefühl der Trauer mit den Jahren etwas erträglicher, aber es bleibt eine Art Phantomschmerz. Dieser Tag hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.

Was haben Sie für Ziele?

Ich wünsche mir mehr Zeit für mich und die Natur. Ich war immer ein sehr pflichtbewusster Mensch und vielen Zwängen ausgesetzt. Es gibt eben Aufgaben, vor allem die Betreuung meiner behinderten Tochter, denen ich mich nicht entziehen kann und will. Deswegen wandere ich seit dem Unglück jedes Jahr zwei, drei Wochen auf einem europäischen Fernwanderweg. Da sind noch einige Kilometer zu laufen. Und ich will die auch noch schaffen.

Interview: Malte Arnsperger / print
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(