Welthungerhilfe Eine Milliarde Menschen müssen hungern


Fast eine Milliarde Menschen leiden unter Hunger. Weltweit hätten 923 Millionen Menschen nicht genug zu essen, teilte die Welthungerhilfe mit. Die Organisation forderte einen Rettungsplan für die Hungernden, der mit dem für die internationale Finanzwirtschaft vergleichbar ist.

In 33 Ländern der Welt leiden die Menschen unter einer dramatischen Hungersnot. Der am Dienstag in Berlin veröffentlichte "Welthunger-Index" spricht von einer "alarmierenden oder extrem alarmierenden Hungersituation" in diesen Nationen. Insgesamt sei die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen gestiegen. Vor allem wegen steigender Lebensmittelpreise.

"Fast eine Milliarde Hungernde sind eine Schande für die Menschheit", erklärte die Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble. "Im Gegensatz zu den Banken sind sie nicht selbst schuld an ihrer Misere." Das allgemeine Umdenken über die Rolle des Staates im Zuge der Finanzkrise müsse sich auch auf die Hungerkrise erstrecken. "Die Welt braucht ein Rettungspaket gegen den Welthunger", verlangte Schäuble.

In dem Bericht heißt es, seit 1990 gebe es in einigen Regionen der Erde durchaus langsame Fortschritte, vor allem in Süd- und Südostasien, im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Lateinamerika und in der Karibik. Dennoch bleibe die Zahl der Hungernden in Südasien hoch. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sei es ebenso schlimm, und dort gehe auch nichts voran. Am schlimmsten sei die Lage in der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone.

"Für hungernde und unterernährte Menschen in diesen Regionen stellen die steigenden Lebensmittelpreise eine ernste Bedrohung dar", heißt es in dem Bericht. "Menschen, die bereits zu wenig zu essen hatten, um sich gesund zu ernähren, stellen fest, dass sie sich nun noch weniger leisten können. Hunger ist eins der ernstesten Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist." Die Autoren der Studie fordern deshalb mehr Anstrengungen. Nötig seien nicht nur mehr Nahrungsmittelhilfe, sondern auch viel höhere Investitionen in die Landwirtschaft und in soziale Sicherungsprogramme, ein faires Welthandelssystem, eine veränderte Haltung zu Biokraftstoffen und Maßnahmen zur Beruhigung des Lebensmittelmarkts.

DPA/Reuters DPA Reuters

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