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"Zombie-Haus" : Stadt reißt Haus ab, während Bewohner im Krankenhaus liegt

Als der 69-jährige Phil Williams von einer Knieoperation mit längerem Krankenhausaufenthalt zurück nach Hause kommt, ist sein Haus weg. Die Stadt hatte sein Heim als "Zombie-Haus" eingestuft und "aus Sicherheitsgründen" abgerissen.

Dieses Haus in West Hempstead wurde abgerissen. Die Aufnahme ist von 2012.

Dieses Haus in West Hempstead wurde abgerissen. Die Aufnahme ist von 2012.

Im vergangenen Winter verabschiedete sich der US-Amerikaner Phil Williams aus dem US-Bundesstaat New York gen Süden. In Florida, wo er in der Vergangenheit bereits mehrfach die Winter verbrachte, wollte er sich einer Knieoperation unterziehen. Insgesamt blieb er rund neun Monate im "Sunshine State". Als er im August zurück nach Hause kam, war sein Zuhause nicht mehr da, wie der US-Sender CBS News berichtet. Die Stadt hatte Williams' Haus in dessen Abwesenheit abgerissen. Nachbarn hätten sich beschwert, dass sein Zuhause verlassen sei und sich in keinem guten Zustand befinde.

Einem Bericht von "Newsday" zufolge gaben Vertreter der Stadt an, vorschriftsmäßig gehandelt zu haben. Sie hätten den Besitzer mehrfach angeschrieben und auch zu einer öffentlichen Anhörung geladen. Doch Williams war zu dieser Zeit in Florida und hatte nach eigenen Angaben keinen Zugang zu seiner Post. Im Mai wurde das Haus dann abgerissen, weil es laut Behörden gegen die Standards der Stadt verstoße und als Gefahrenquelle eingestuft worden sei. Die Stadt geht dem Bericht zufolge bereits länger gegen sogenannte "Zombie-Häuser" vor, die im Zuge der Immobilienkrise oder nach Naturkatastrophen von ihren Besitzern vernachlässigt werden.

Ehering der verstorbenen Frau war im Haus

"Sie sind zu weit gegangen - dieses Haus hätte nicht zerstört werden dürfen", sagte Williams Anwalt dem Sender. "Sie sind auch zu schnell vorgegangen, viele Zeichen deuteten daraufhin, dass dieses Haus bewohnt war." Von CBS befragte Nachbarn gaben an, dass sich das Haus in einem sehr schlechten Zustand befand, überall Müll herumgelegen habe und Fenster eingeschlagen gewesen seien. Dieser Darstellung widerspricht Williams. Das Haus habe zwar "Reparaturen benötigt", sei aber nicht abrissreif gewesen. "Jemand hätte mich an rufen können, jemand hätte mir sagen können was hier passiert", beschwerte der 69-Jährige sich. In dem Haus hätten sich neben seinen Möbeln auch ein Großteil seines privaten Besitzes befunden, inklusive des Eherings seiner verstorbenen Frau. 

Nun werden sich Gerichte mit der Sache beschäftigen. Williams hat die Stadt auf Schadenersatz verklagt. "Er zahlte seinen Kredit für das Haus, es gab keine Zwangsvollstreckung - es war kein Zombie-Haus", sagte sein Anwalt.

fin