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Sturmtief Zeljko: Bäume und Äste umgeknickt - ein Toter in den Niederlanden

Sturmtief Zeljko hat für starke Regenfälle und Windböen gesorgt. In den Niederlanden erschlug ein Baum einen Mann. Im Nordwesten Deutschlands war noch am Samstagabend mit Unwettern zu rechnen. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

In Kassel ließ Zeljko Äste abbrechen. Einem Kleinwagen wurde das Sturmtief zum Verhängnis

In Kassel ließ Zeljko Äste abbrechen. Einem Kleinwagen wurde das Sturmtief zum Verhängnis

Ein schwerer Sturm mit Böen in Orkanstärke und Gewittern ist aus dem Westen über Deutschland hergezogen und hat dabei mehrere Schäden angerichtet. Sturmtief Zeljko behinderte mit orkanartigen Böen zudem den Verkehr in weiten Teilen des Landes. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab Warnungen für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen heraus. Mehrere Großveranstaltungen wurden vorsorglich abgesagt.

Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen:

+++ 21.04 Uhr: Unwettergefahr im Nordwesten bleibt - Beruhigung im Westen und Süden +++

Der Deutsche Wetterdienst hebt immer mehr Unwetterwarnungen für den Süden und Südwesten Deutschlands auf. In der Nacht zu Sonntag sei vor allem im Westen und Süden mit nachlassendem Wind zu rechnen, heißt es.

Im Norden und Osten hingegen soll es noch längere Zeit stark windig beziehungsweise stürmisch bleiben. So seien an der Nordsee einzelne schwere Sturmböen oder orkanartige Böen möglich. Auch an der Ostsseeküste werden einzelne schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen.

Am Sonntag soll der Wind von Süden her weiter nachlassen, "so dass am Nachmittag wohl nur noch an der Ostsee sowie im unmittelbar angrenzenden Binnenland (besonders Mecklenburg-Vorpommern) noch steife bis stürmische Böen um West auftreten", heißt es im aktuellen Wetterbericht.

+++ 20.15 Uhr: Bahn-Direktverbindung zwischen Hannover und Berlin unterbrochen +++

In Niedersachsen sind die Strecken zwischen Rohrsen und Nienburg (Weser) sowie zwischen Hannover und Hannover-Lehrte von Sturmschäden betroffen, sagt ein Sprecher der Bahn am Abend in Berlin. Damit ist die direkte Verbindung von Hannover nach Berlin unterbrochen.

+++ 18.47 Uhr: Weitere Ausfälle und Verspätungen im NRW-Bahnverkehr +++

Zeljko hält den Bahnverkehr in NRW weiterhin in Atem. Bäume oder Äste in den Gleisen führen auf mehreren Streckenabschnitten zu Verspätungen oder Ausfällen. Die Deutsche Bahn informiert auf ihrer Homepage über die aktuelle Verkehrslage.

+++ 18.36 Uhr: Mann in den Niederlanden von Baum erschlagen +++

In einer niederländischen Stadt bei Arnheim nahe der deutschen Grenze ist ein Autofahrer von einem umstürzenden Baum getötet worden, wie die Feuerwehr mitteilt. In Amsterdam, Apeldoorn und Rotterdam verletzen herabfallende Äste und umstürzende Bäume mehrere Menschen. Orkanartige Böen behindern den Verkehr in weiten Teilen des Landes zeitweilig. Autobahnen sind gesperrt, der Zugverkehr im Ballungsgebiet um Amsterdam, Den Haag und Utrecht ist unterbrochen. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol werden Dutzende Flüge gestrichen. Nach Angaben des meteorologischen Dienstes ist es einer der schwersten Sommerstürme der Niederlande überhaupt. An der Küste sei Windstärke zehn gemessen worden

+++ 18.20 Uhr: Lionel Richie sagt Konzert in Mainz ab +++

Ein Open-Air-Konzert des amerikanischen Popsängers Lionel Richie in Mainz fällt der unsicheren Wetterlage zum Opfer. Der Auftritt am Samstagabend ist wegen angekündigter Unwetter abgesagt worden, wie der Veranstalter auf seiner Internetseite mitteilt. Am frühen Abend habe deshalb bereits der Abreiseverkehr eingesetzt, sagt eine Sprecherin der Polizei in Mainz. Konzertbeginn sollte um 20 Uhr sein, der Einlass auf die Nordmole des Zollhafens hätte um 18.30 Uhr beginnen sollen.

+++ 17.53 Uhr: Zeljko verursacht weitere Schäden +++

Sowohl in Hessen wie auch in Niedersachsen richtet das Sturmtief weitere Schäden an. In Kassel krachen Baumäste auf einen Kleinwagen. In Wolfsburg "zerteilt" Zeljko regelrecht einen Baum - zum Glück werden weder Menschen noch in der Nähe geparkte Autos in Mitleidenschaft gezogen.

An der Nordseeküste rechnet der Deutsche Wetterdienst indes mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern, ehe sich das Sturmtief über Dänemark in Richtung Schweden verziehen soll. Auch in Schleswig-Holstein wappnen sich Helfer für das erwartete Unwetter. Küste: "Wir bereiten uns darauf vor wie auf einen Herbststurm", sagt ein Leitstellensprecher.

+++ 16.35 Uhr: Sturmtief erreicht Sachsen-Anhalt +++

Mit teils orkanartigen Böen fegt Zeljko über Sachsen-Anhalt hinweg. Auf dem Brocken im Harz werden Windgeschwindigkeiten von mehr als 113 Kilometer pro Stunde gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst in Leipzig mitteilt. Im Flachland, so bei Magdeburg, erreicht der Sturm Geschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometer pro Stunde. .
Die Veranstalter der Multimediashow "Goitzsche in Flammen" bei
Bitterfeld verschieben die für heute geplante Veranstaltung auf
Sonntag, wie Festevent Halle erkärt. Die Seilbahnen Thale im Harz
stellen den Betrieb der Kabinenbahn auf den Hexentanzplatz ein.

+++ 16.07 Uhr: Musikfestival "Wesermove" abgebrochen, Triathlon abgesagt +++

Auch das Musikfestival "Wesermove" in Nordenham bei Bremerhaven ist abgebrochen worden. Ein gefahrloser Aufenthalt auf dem Festivalgelände und dem angrenzenden Campingplatz habe nicht mehr garantiert werden können, teilt die Polizei mit. Rund 160 Teilnehmer seien bereits am frühen Samstagmorgen mit Shuttlebussen nach Nordenham gefahren und in einer Halle in Sicherheit gebracht worden. Etwa 50 weitere Besucher hätten die Heimreise angetreten. Das am Freitagabend eröffnete Festival hätte eigentlich bis Sonntag dauern sollen.

Abgesagt wurde wegen Zeljko auch der Volkstriathlon in Wolfsburg, wie die Polizei mitteilt. Rund 1000 Starter seien da bereits erschienen.

+++ 15.06 Uhr: Starke Regenfälle und Gewitter +++

da kommts #unwetter?

Ein von Mark (@stoxmeyer) gepostetes Foto am

+++ 14.17 Uhr: Baggerfahrer in Mülheim schwer verletzt +++

Durch den starken Sturm hat sich am Samstagvormittag auf einer Baustelle in Mülheim an der Ruhr ein schwerer Unfall ereignet. Ein Gewicht löste sich von einem Kran und stürzte auf einen Radlader. Der Fahrer wurde eingeklemmt, konnte aber von seinen Kollegen befreit werden. Der Mann wurde schwer verletzt mit einem Hubschrauber ins nächste Krankenhaus geflogen, wie "RP Online" berichtet.

+++ 13.32 Uhr: Erste Probleme im Bahnverkehr +++

In Nordrhein-Westfalen kommt es aufgrund des Sturmes zu ersten Verspätungen und Ausfällen im Betrieb der Deutschen Bahn. Im Raum Paderborn und Fröndenberg wird der Verkehr durch herabgefallene Äste gestört. Nähere Informationen finden Reisende zum Beispiel auf der Twitterseite der Bahn NRW

+++ 13.03 Uhr: Zeljko bringt orkanartige Stürme +++

Orkanartige Stürme mit Geschwindigkeiten um die 110 Stundenkilometer fegen heute über weite Teile Deutschlands hinweg. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach gab Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen heraus. 

Der DWD warnte vor herabstürzenden Dachziegeln, Ästen und umstürzenden Bäumen. Weil die Bäume voll belaubt sind, bieten sie dem Sturm eine größere Angriffsfläche. Bei Aktivitäten im Freien sei "größte Vorsicht geboten". Im Süden und Südosten bleibe es hingegen relativ ruhig.

In der Nacht zum Sonntag soll sich das Sturmfeld von Westen her abschwächen und nach Osten und Nordosten ziehen. Am Sonntag herrscht dann sozusagen die Ruhe nach dem Sturm, und es wird vorübergehend ruhiger mit einem Mix aus Sonne und Wolken.

+++ 12.06 Uhr: Immer mehr Veranstaltungen gestrichen +++

Im Westen Deutschlands müssen immer mehr Open-Air-Veranstaltungen wegen der angespannten Wetterlage abgesagt werden. So wurde in Düsseldorf die Rheinkirmes vorsorglich geschlossen, genauso wie mehrere kleinere Veranstaltungen in der Region, wie der Wittener Kultursommer oder das Barockfest auf Schloss Benrath.

In Hamburg fällt wegen der Sturmgefahr das "Holi-Farbgefühle-Festival" aus, bei dem sich Tausende Teilnehmer nach indischer Tradition mit Farbpulver bewerfen wollten.  

+++ 11.15 Uhr: Christopher-Street-Day in Duisburg abgesagt +++

Da auch für Duisburg und das Ruhrgebiet eine Unwetterwarnung vorliegt, haben die Veranstalter des dortigen Christopher-Street-Days das für heute geplante Kulturfest abgesagt. Über Facebook schrieben sie: "So leid es uns tut, nach Rücksprache mit Feuerwehr und Polizei müssen wir das Kulturfest des CSD 2015 leider absagen. Aber die Sicherheit geht vor."

+++ 10.50 Uhr: Blitze setzen Dachstühle in Brand +++

Unwetter haben in der vergangenen Nacht Schäden hinterlassen. Blitze setzten mehrere Dachstühle in Brand, Bäume stürzten um, Dachziegel flogen durch die Luft. In Hamburg geriet ein Reetdachhaus in Brand - vermutlich hatte ein Blitz eingeschlagen. In der Hansestadt kam außerdem die Frage auf, ob provisorische Zelte für Flüchtlinge aus Furcht vor weiteren Unwettern geräumt werden sollten.
Auch aus Bayern wurden zwei Dachstuhlbrände nach Blitzschlägen gemeldet. In Baden-Württemberg durchschlug ein Blitz die Wand eines Wohnhauses und hinterließ nach Polizei-Angaben ein 50 mal 50 Zentimeter großes Loch.

+++ 10.32 Uhr: Musikfestival "Juicy Beats" abgesagt +++

In Dortmund musste das Festival "Juicy Beats" im Westfalenpark abgesagt werden. Die Veranstalter entschieden sich am Samstagmorgen aufgrund der Wetterprognose für diesen Schritt. "Liebe Festivalbesucher, für den heutigen Tag werden für Dortmund unwetterartige Windstärken und mögliche Orkanböen angekündigt, die die in unserem Sicherheitskonzept als zulässig definierten Windstärken sehr deutlich überschreiten", schreiben die Veranstalter auf ihrer Facebookseite. Am Freitagabend musste das Festival bereits eher beendet werden, um die Bühnen sturmsicher zu machen. Das "Juicy Beats" sollte in diesem Jahr bereits zum 20 Mal stattfinden. 

+++ 10.15 Uhr: Was den Sturm so gefährlich macht +++

Obwohl Zeljko deutlich schwächer ausfällt als große Herbst- und Winterstürme, kann er zu großen Schäden führen. Da die Bäume im Sommer in vollem Laub stehen, bieten sie dem Wind eine viel größere Angriffsfläche. "Spaziergänge und Zeltlager in Wäldern sollten in den betreffenden Gebieten am Samstag unbedingt vermieden werden", riet Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst. Selbst Autofahrten durch Laubwälder und Alleen könnten gefährlich werden.

+++ 09.45 Uhr: Hier wird Zeljko wüten +++

Das Tief soll am Samstag von Westen aus auf Deutschland treffen. Vermutlich werde sich der Sturm während des Tages von West nach Ost über den Norden und die Mitte ausbreiten und in der Nacht zum Sonntag den Nordosten erreichen, so Meteorologen. Der Deutsche Wetterdienst hat auf Twitter eine Karte der erwarteten Zugbahn des Sturmtiefs veröffentlicht.

+++ 09.05 Uhr: Sorge bei Festivals in ganz Deutschland +++

Im Juli ist Festival-Zeit: Überall in Deutschland stehen an diesem Wochenende Open-Air-Veranstaltungen an, deren Organisatoren nun mit großer Sorge gen Himmel blicken. Das Karlsruher Musik-Open-Air "Fest" musste am Freitag bereits wegen des Unwetters vorzeitig beendet werden. Wie die Veranstalter mitteilten, gab es keine Verletzten. Das THW pumpte bis tief in die Nacht Wasser ab, damit das Gelände bis zum Start am Samstag wieder in Schuss ist.

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