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Wetter: Es wird endlich Sommer - vorrübergehend

Regen, Regen, Regen - so sieht es seit Tagen vielerorts in Deutschland aus. Auch das Wochenende bleibt in weiten Teilen trüb, grau und nass. Doch zu Wochenbeginn wird es warm und sommerlich. Wer das schöne Wetter genießen will, muss sich allerdings beeilen.

Der Sommer kehrt für eine Stippvisite nach Deutschland zurück: Ein sich aus Westen näherndes Hoch vertreibe in den ersten Augusttagen für wenige Tage das wechselhafte Wetter, sagt Meteorologin Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Schönster Tag soll der Dienstag werden mit reichlich Sonne und Temperaturen von über 25 Grad, am Oberrhein sogar um die 30 Grad. "Lange anhalten wird das sommerliche Wetter aber nicht", erklärte Anger. Bereits am Mittwoch sollen Schauer und Gewitter nach Deutschland zurückkehren, auch wenn es zunächst noch warm bleibt.

Eine schnelle Rückkehr des Sommers sei anschließend nicht mehr zu erwarten, sagte Anger. Alle, die sehnsüchtig auf Sonne hofften, sollten darum die nächsten Tage nutzen. Auch mittelfristig sei kein neuer Anlauf zu erwarten. Das wechselhafte Wetter setze sich durch.

Kaltluft-Trog wandert ostwärts

Grund für Wolken, Schauer und Gewitter der vergangenen Tage sei ein Kaltluft-Trog über Nord- und Mitteleuropa gewesen, sagte Anger. Dieser fördere das Entstehen von Tiefdruckgebieten. In den kommenden Tagen werde sich dieser Trog nach Osten bewegen und den Weg für ein Hoch frei machen. Dies mache sich von Sonntag an im Südwesten, später im Westen und dann in ganz Deutschland bemerkbar. Am Mittwoch nähere sich aber von Westen der nächste Trog und vermiese erneut den Sommer.

Der Juli war zu kalt

Ausgerechnet der Ferienmonat Juli war der erste zu kalte Monat des Jahres. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen ausgewertet und teilte am Freitag mit: "Deutschland erlebte 2011 einen trüben, besonders im Südwesten kühlen und vor allem im Osten nassen Juli." Im Vorjahr war der Juli extrem sonnig und heiß. Dieser Juli hingegen war im Vergleich zum langjährigen Mittel mit 16,1 Grad um 0,8 Grad zu kühl.

Die größten Ausreißer nach unten gab es laut DWD im Saarland und in Baden-Württemberg. Nur im Norden war es gebietsweise etwas zu warm. Trotzdem kletterte das Quecksilber im Südwesten am höchsten: Rheinfelden am Hochrhein meldete am 12. Juli 33,8 Grad. Das Minimum registrierten die Meteorologen am 16. mit 2,0 Grad in Merklingen auf der Schwäbischen Alb. Die Wassertemperaturen von Nord- und Ostsee blieben unter 20 Grad - im Juli 2010 betrugen sie zeitweise 23 Grad.

Tief "Otto" ließ es ordentlich regnen

Mit rund 114 Litern pro Quadratmeter regnete es im Juli 2011 um die 48 Prozent mehr als normal. Die durchschnittliche Regenmenge in einem Juli beträgt 78 Liter pro Quadratmeter. Dass es so nass war, lag weniger an der Häufigkeit denn an der Stärke der Niederschläge. Tief "Otto" sorgte vom 19. bis zum 24. in einigen Teilen Deutschlands für Starkregen.

In Nordvorpommern lag der nasseste Ort des Monats: Mit 291 Litern pro Quadratmeter führt Barth diese Liste an. "In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg fiel verbreitet das Dreifache, örtlich sogar mehr als das Vierfache des im Juli typischen Mittels", gaben die Meteorologen an. Nach Westen hin nahm die Nässe deutlich ab. "In einigen Gebieten setzte sich die seit dem Frühjahr bestehende Trockenheit sogar fort."

Die Sonne hat die Schulkinder in den Ferien nicht gerade verwöhnt: Das "Sonnenscheinmittel" im Juli 2011 lag mit 162 Stunden um 22 Prozent unter dem Durchschnittswert von 209 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne im Süden und Osten. Rheinfelden am Hochrhein erreichte mit 230 Stunden den Spitzenplatz. Schlusslicht war Lüdenscheid im Sauerland mit 119 Stunden. Die Monatswerte sind vorläufige Angaben. Die Daten für die restlichen Juli-Tage basieren auf Prognosen.

swd/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?