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stern-Kolumne Winnemuth: Lies mich!

Buchstaben sind die neue Deko. Alles in unserem Leben wird neuerdings beschriftet: Teekannen, Wohnungswände, Unterarme. Die Frage ist nur: Warum wollen wir jeden Tag denselben Satz lesen?

Von Meike Winnemuth

Häufig ziert ein lustiger Spruch die Fußmatte - oder einfach das Offensichtliche

Häufig ziert ein lustiger Spruch die Fußmatte - oder einfach das Offensichtliche

Jeden Tag gehe ich an einem Laden für sehr teuren Tee vorbei. Im Schaufenster steht diverses Geschmackvolles rund um das Thema Tee, unter anderem eine Teekanne, auf der fein eingeprägt das Wort "Tee" steht. Und jeden Tag frage ich mich wieder: Warum? Um genau zu sein, frage ich mich: Warum? Es ist eine Teekanne. Darin ist in der Regel Tee. Warum muss "Tee" draufstehen? Ich verstehe Vorratsdosen, auf denen "Zucker" und "Salz" steht, das verwechselt man gern mal, aber Teekannen, auf denen …

Gut. Alles muss man nicht verstehen. Kurz danach im Supermarkt: eine Salatgurke mit einem Plastiksticker, auf dem "Gurke" steht, über einem Barcode. Ja, Herrgott noch mal, wirklich? Ist das für Leute, die keine Gurke von einer Zucchini unterscheiden können? Ist das für die Gurkenabpacker, die auf diese Weise todsicher den richtigen Barcode auf die Gurke kleben und nicht etwa den einer Cherimoya? (Wobei ich zugebe, dass ich bei Cherimoya froh wäre, wenn „Cherimoya“ draufstünde und bitte auch, was ich damit anfangen soll.)

Man kommt aus dem Lesen nicht mehr heraus

Vielleicht ist es eine Berufskrankheit, aber derzeit sehe ich überall Dinge, auf denen was zu lesen ist. Fußmatten, auf denen "Welcome" steht oder "Haustürschlüssel liegt unter der Fußmatte" oder "Hier wohnen Gabi, Frank, Lukas, Pia und Bello" (Fußmatten sind die Salzteigklingelschilder des 21. Jahrhunderts). Auf Duschvorhängen steht "VIP-Lounge", auf Kissen "Paradise is now", auf Keksdosen "Cookies", auf porzellanenen Seifenspendern wahlweise "Savon" oder "Soap", auf Ölkännchen "Aceite de Oliva". Da sage noch einer, Print ist tot, im Gegenteil, man kommt aus dem Lesen seiner Umgebung gar nicht mehr heraus.

An die Wände hängt man sich, wenn man die einschlägigen Wohnseiten studiert, neuerdings gern Poster mit inspirierenden Sprüchen: „Tanze, als würde dich niemand sehen", "Do more of what makes you happy", "Enjoy it. Because it’s happening" oder den Klassiker "Keep calm and carry on" - ohnehin ist alles auf Englisch viel inspirierender als auf Deutsch. Wer noch nicht genug an der Wand stehen hat, streicht sie mit topmodernem Tafellack und schreibt Dinge dran wie "Alufolie, Salz, Olivenöl" oder irgendwelche Telefonnummern oder "Love". Love ist natürlich nie verkehrt, aber was nützt es mir im Supermarkt, wenn zu Hause an der Küchenwand "Alufolie" steht?

Spruchreife Unterarme

Sie merken schon, ziemlich viele Fragezeichen in dieser Kolumne. Das größte von allen steht hinter der Frage: Warum sollte man jeden Tag das Gleiche lesen wollen? Der klügste Satz wird zur größten Dämlichkeit, wenn man ihn nur oft genug wiederholt – glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, ich lebe schließlich davon. Doch der allgemeine Beschriftungswahn macht derzeit vor nichts halt. T-Shirts mit blöden Sprüchen, die exakt für zwei Wäschen lustig sind, kann man fix entsorgen, bei der betexteten Wohnungseinrichtung wird das schon aufwendiger. Und erst recht bei den wortreichen Tattoos, die das Arschgeweih beerbt haben.

Wenn ich meine Mitmenschen richtig lese, geht der Trend zum zweibis dreizeiligen Zitat auf der Innenseite des Unterarms. "Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum" ist der Goldstandard, gesehen wurden aber auch schon "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" oder "Es ist kein Zeichen für Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft angepasst zu sein". Alles interessante Überlegungen, aber will man sie wirklich jeden Tag 30-mal lesen? Ein Vorschlag: Nageln Sie sich diese Kolumne an die Wand, wickeln Sie sie sich um den Unterarm und lesen Sie sie stündlich. Ungefähr so öde wäre alles, was Sie sich als Alternative ausdenken könnten.

Die Kolumne ...

... von Meike Winnemuth finden Sie immer schon donnerstags im aktuellen stern. Diese Kolumne erschien in der vergangenen Woche, Heft Nr. 42.

Themen in diesem Artikel
Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg