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Cholesterin: Knoblauch ist keine Wunderknolle

Er sorgt für tagelangen Mundgeruch, schmeckt gut und gilt als sehr gesund. Nun haben Wissenschaftler Knoblauch auf seine angeblich cholesterinsenkende Wirkung hin untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Die tägliche Einnahme von frischem Knoblauch oder von Knoblauchpräparaten senkt nicht den Cholesterinspiegel im Blut. Dies ist das Ergebnis einer Studie amerikanischer Forscher an 190 Patienten mit leicht erhöhten Cholesterinwerten. Zu hohe Konzentrationen des so genannten LDL-Cholesterins stehen im Zusammenhang mit der Entstehung von Arteriosklerose. Ob Knoblauch diese Werte senkt, ist seit Jahrzehnten umstritten. Christoph Gardener von der Stanford-Universität und seine Kollegen stellen die Studie in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" vor (Bd. 167, S. 346).

Frühere Studien belegten Allicin-Wirkung nur im Tierversuch

Die Teilnehmer der Studie nahmen entweder sechsmal pro Woche ein gebräuchliches Knoblauchpräparat oder ein Placebo ein, oder sie aßen eine vergleichbare Menge rohen Knoblauchs. Die LDL-Cholesterin-Werte der Patienten aller Versuchgruppen blieben während der halbjährigen Versuchsdauer praktisch unverändert, zeigten regelmäßige Blutproben. Eine gesunde Ernährung helfe dabei, gesund zu bleiben, doch Knoblauch sei kein Wundermittel, lautet das Fazit der Forscher.

Cholesterin ist ein lebenswichtiges Körperfett. Ist jedoch zuviel davon als LDL-Cholesterin im Blut gelöst, kann es sich in Blutgefäßen anlagern und diese verstopfen, was zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen kann. Frühere Studien hatten im Reagenzglas und in Tierversuchen nachgewiesen, dass der Knoblauch-Inhaltsstoff Allicin die Bildung von LDL-Cholesterin mindert. Ob Knoblauch - frisch oder als Präparat eingenommen - auch beim Menschen einen Effekt hat, war umstritten: Nur in älteren Untersuchungen, die heute von Experten als mangelhaft kritisiert werden, zeigte die würzende Knolle eine Wirkung.

DDP / DDP
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