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Vorher-Nachher-Vergleich: Das haben 100 Jahre Zucht aus diesen Hunden gemacht

Die Schnauzen sind plattgedrückt, die Augen riesig und der Gang behäbig: Hochgezüchtete Hunde quälen sich mit vielen gesundheitlichen Problemen. Ein alter Bildband zeigt dieselben Hunderassen vor 100 Jahren: Es sind stolze, weil gesunde Tiere.

Deutsche Dogge  Die Tiere gelten als sanfte Riesen – und werden ihrem Namen durchaus gerecht: Rüden erreichen eine Schulterhöhe von mehr als 80 Zentimetern, was Folgeerkrankungen wie Gelenkbeschwerden mit sich bringen kann. Vor einigen Jahrzehnten waren die Doggen noch deutlich kleiner und hatten weniger stark ausgeprägte Lefzen. Die hängende Gesichtspartie moderner Tiere kann Bindehautentzündungen begünstigen.

Deutsche Dogge

Die Tiere gelten als sanfte Riesen – und werden ihrem Namen durchaus gerecht: Rüden erreichen eine Schulterhöhe von mehr als 80 Zentimetern, was Folgeerkrankungen wie Gelenkbeschwerden mit sich bringen kann. Vor einigen Jahrzehnten waren die Doggen noch deutlich kleiner und hatten weniger stark ausgeprägte Lefzen. Die hängende Gesichtspartie moderner Tiere kann Bindehautentzündungen begünstigen.

Hundezucht ist eigentlich eine sinnvolle Sache: Tiere mit besonderen Merkmalen werden ausgewählt und miteinander gekreuzt, damit auch der Nachwuchs die Besonderheiten vererbt bekommt – eine schöne Fellfarbe etwa oder einen guten Geruchssinn.

Doch oftmals stehen Äußerlichkeiten vor dem eigentlichen Tierwohl: Da werden Hunden runde Kulleraugen und kurze Schnauzen angezüchtet, um sie niedlicher wirken zu lassen. Dackel bekommen von Generation zu Generation kürzere Beine, weil das als besonderes Rassezeichen gilt. Andere Tiere dagegen sollen bulliger wirken, um so potenzielle Käufer anzusprechen, Schäferhunde oder Doggen etwa.

Mitunter führt das zu kuriosen und zweifelhaften Zuchterfolgen. So sorgte vor rund zwei Jahren der Fall der Dänischen Dogge "Zeus" aus dem US-Bundesstaat Michigan für Schlagzeilen: Das Tier wog rund 70 Kilogramm und besaß eine Schulterhöhe von 1,12 Metern. Damit war Zeus in etwa so groß wie ein ausgewachsener Esel. Seine Größe sicherte dem Tier sogar einen Platz im "Guinnessbuch der Rekorde".

Viele Tiere leiden jedoch an den Folgen jahrzehntelanger Überzüchtung: Sie bekommen schlecht Luft, weil ihre Schnauzen zu kurz sind. Oder sie quälen sich mit Infektionen, die auf Falten und Hautlappen zurückzuführen sind. "Wenn eine vermeintliche 'Verbesserung' des Aussehens mit einer gesundheitlichen Belastung einhergeht, dann handelt es sich dabei um keinen Zuchterfolg", schreibt Caen Elegans auf seinem Blog "Science and Dogs". Einen Hund wegen Äußerlichkeiten dazu zu verdammen, ein Leben lang zu leiden, sei schlichtweg "Folter".

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat Elegans Bilder von bekannten Hunderassen gegenübergestellt: Einmal zeigt er die Tiere wie sie vor 100 Jahren aussahen – auf der anderen Seite sind aktuelle Bilder zu sehen. "Noch nie wurde eine Hunderasse durch die launenhafte und beliebige Entscheidung verbessert, ein kürzeres/längeres/flacheres/größeres/kleineres/lockigeres 'Was auch immer' sei schöner", so Caen Elegans.

Eine Tatsache, die auch für Zeus, die hünenhafte Dogge galt: Er starb vor zwei Jahren – gerade einmal fünfjährig – an Altersschwäche.

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