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Abgestürzte Sonde "Genesis": Nasa will Sonnenstaub retten

Fünf Scheiben mit eingefangenem für die Wissenschaft wertvollem Sonnenstaub hat die abgestürzte Nasa-Sonde an Bord. Jetzt versuchen die Forscher die kostbare Fracht noch zu retten.

Nach dem Absturz der Raumsonde "Genesis" ist die Nasa optimistisch, den wissenschaftlichen Ertrag des Projekts retten zu können. Im Blickpunkt steht dabei die Bergung von fünf Scheiben mit Sonnenstaub, von denen sich die Astronomen neuen Aufschluss zur Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems erhoffen.

Nasa-Abteilungsleiter Andrew Dantzler erklärte, dass die Sonde immerhin in den weichen Wüstensand von Utah gestürzt und nicht auf harten Felsen zerschellt sei. Dies hätte unweigerlich einen Totalverlust bedeutet. Die Sonde stürzte am Mittwoch mit 311 Kilometern in der Stunde zu Boden, da sich ein Fallschirm nicht geöffnet hatte.

Eine weitere Sonde noch im Einsatz

Ein Bergungsteam sammelte am Mittwochabend alle Trümmerteile von "Genesis" ein. Der nur leicht beschädigte Kanister mit den Sonnenstaubscheiben wurde zu einem Militärflugplatz auf dem Testgelände Dugway geflogen, wo ein Reinraum eingerichtet wurde. Dort wurde zunächst Schlamm vom Kanister entfernt. Auf den Scheiben befinden sich geladene Teilchen, deren Untersuchung neue Erkenntnisse zu den chemischen Prozessen bei der Entstehung der Sonne vor 4,5 Milliarden Jahren bringen soll. Die Rettungsaktion wird voraussichtlich mehrere Tage dauern.

Zur Untersuchung der Panne will die Nasa eine Kommission einsetzen. Die von Lockheed Martin entwickelte und gebaute "Genesis" war mehr als drei Jahre im All, die Kosten des gesamten Projekts belaufen sich auf 260 Millionen Dollar. Die Nasa hat zurzeit eine weitere Sonde zum Einsammeln von Partikeln im All, die "Stardust" soll 2006 zur Erde zurückkehren.

AP

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