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Galaxie UDFy-38135539: Forscher schauen ans Ende des Universums

Neuer Rekord im Weltraum: Forscher haben die bisher älteste und am weitesten entfernte Galaxie des Universums entdeckt. Der Fund gibt Einblick in die noch rätselhafte "Kinderstube" des Weltalls etwa 600 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Ein europäisches Astronomenteam hat die fernste Galaxie identifiziert, die je beobachtet worden ist. Das Sternensystem mit der Kennziffer UDFy-38135539 strahlt in einer Distanz von rund 13 Milliarden Lichtjahren, wie Beobachtungen an der Europäischen Südsternwarte (Eso) gezeigt haben. "Mit dem Very Large Telescope der Eso konnten wir eine Galaxie, die bereits vorher mit dem 'Hubble'-Weltraumteleskop entdeckt wurde, als das am weitesten entfernte Objekt im uns bekannten Universum identifizieren", betont Forschungsleiter Matt Lehnert vom Pariser Observatorium, der mit seinen Kollegen im britischen Fachjournal "Nature" über den Fund berichtet.

Die Entdeckung gibt Aufschluss über das sogenannte Dunkle Zeitalter: "Wir sehen den Zustand dieses Objekts zu einer Zeit, als das Universum erst 600 Millionen Jahre alt war", erläutert Lehnert. Der junge Kosmos hatte damit nur vier Prozent seines heutigen Alters von 13,7 Milliarden Jahren. Damals wurde das Weltall gerade erst durchsichtig. Denn in der ersten Milliarde Jahre seiner Existenz durchzog ein dichter Wasserstoffnebel das Universum, der das Licht der jungen Sterne fast vollständig schluckte. Erst später zerlegte die Sternen-Strahlung die Wasserstoffatome in Elektronen und Protonen und löste den Nebel auf.

UDFy-38135539 kein Einzelgänger

Mit dem "Sinfoni"-Spektrographen am Very Large Telescope, das auf einer Bergspitze in der chilenischen Atacama-Wüste steht, gelang es den Astronomen, das schwache Glimmen der fernen Galaxie in seine Spektralfarben aufzuspalten und zu untersuchen. Auf diese Weise lässt sich die Entfernung eines Himmelsobjekts bestimmen. Denn durch die fortwährende Ausdehnung des Weltalls entfernen sich Objekte umso schneller von uns, je weiter sie weg sind. Je schneller sie sich jedoch von uns entfernen, umso stärker ist ihr Licht ins Rote verschoben - so wie eine Polizeisirene tiefer klingt, wenn der Peterwagen von uns wegrast.

Je höher diese Rotverschiebung, desto weiter ist ein astronomisches Objekt entfernt. Die Astronomen maßen für UDFy-38135539 eine Rotverschiebung von 8,6. Zuvor hatten andere Astronomen über die Entdeckung eines Objekts mit einer Rotverschiebung von 10 berichtet, das also noch weiter entfernt wäre. Folgebeobachtungen konnten diese Entdeckung der Eso zufolge jedoch bis heute nicht bestätigen.

Die Spektralanalyse des Lichts zeigt zudem, dass UDFy-38135539 schon im jungen Universum kein Einzelgänger war. "Es muss noch weitere Galaxien gegeben haben, schwächere und weniger massive Begleiter, die den Raum um die Galaxie transparent machten", erläutert Mitautor Mark Swinbank von der Universität Durham. "Ohne diese zusätzliche Hilfe wäre selbst das hellste Licht der Galaxie im umliegenden Wasserstoffnebel gefangen worden, und wir hätten es nie finden können."

joe/DPA/AFP/DPA / DPA
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