Crans-Montana Bar-Betreiber soll gravierende Sicherheitsmängel eingestanden haben

Archivbild der nächtlich erleuchteten Bar "Le Constellation" in Crans-Montana
Archivbild der nächtlich erleuchteten Bar "Le Constellation" in Crans-Montana
© Agence / Bestimage / Action Press
Der Betreiber einer Bar in Crans-Montana sitzt nach einem Brand in U-Haft. Gegenüber den Ermittlern soll er ausgesagt haben, dass ein Notausgang verschlossen gewesen sei.

Der Betreiber der Bar "Le Constellation" im Schweizer Skiort Crans-Montana hat gegenüber den Ermittlungsbehörden offenbar schwere Sicherheitsmängel eingestanden. Wie der Schweizer Fernsehsender RTS berichtet, soll Jacques Moretti angegeben haben, dass in der Silvesternacht die Tür des Notausgangs im Untergeschoss von innen verriegelt gewesen sei. 

Offenbar versuchten viele Besucher, durch die Tür dem Feuer-Inferno zu entfliehen, schafften es aber nicht ins Freie. Der Besitzer sagte laut dem Bericht des Senders aus, dass er nach dem Brand die Tür von außen aufgeschlossen und dabei mehrere Leichen dahinter gefunden habe. Warum die Tür verschlossen war, wisse er nicht.

Außerdem soll Moretti zugegeben haben, den Schaumstoff an der Decke der Bar selbst angebracht zu haben. Er habe den alten Akustikschaumstoff entfernt und durch Material aus einem Baumarkt ersetzt. Die Behörden gehen davon aus, dass der brennbare Schaumstoff an der Decke die Katastrophe ausgelöst hat. Er ging durch Wunderkerzen, die in Champagnerflaschen steckten und in die Höhe gereckt wurden, in Flammen auf. 

Brand in Crans-Montana: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Bei dem Brand in der Bar in Crans-Montana waren 40 Menschen ums Leben gekommen, viele davon waren Jugendliche. Fast 120 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der französische Besitzer kam am Freitag in Untersuchungshaft, da die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis konkrete Fluchtgefahr sah. Seine Ehefrau, mit der er zusammen die Bar betrieb, befindet sich weiterhin auf freiem Fuß.

Gegen das Paar wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Verursachung einer Feuerbrunst ermittelt. Sollten die über Medien transportierten Aussagen von Moretti zutreffen, könnte es sich auch um Mord durch bedingten Tötungsvorsatz handeln. Dann könnte den Gastronomen laut RTS eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren drohen.

Jessica Moretti entschuldigte sich nach der Befragung durch die Staatsanwaltschaft unter Tränen: "Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können. Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen."

Quellen: RTS, Nachrichtenagentur DPA

epp

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