Brandkatastrophe Betreiber von Unglücksbar in Crans-Montana festgenommen

Crans-Montana: Jacques Moretti (l.) und seine Ehefrau Jessica
Jacques Moretti (l.) und seine Ehefrau Jessica in Begleitung von Anwälten auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft, wo sie zu dem Unglück in Crans-Montana befragt wurden
© Jean-Christophe Bott / Keystone / DPA
Die Schweizer Staatsanwaltschaft will nach der Feuerkatastrophe in Crans-Montana den Wirt der Bar "Le Constellation" in U-Haft nehmen.

Jacques Moretti, der zusammen mit seiner Frau Jessica die Unglücksbar "Le Constellation" in Crans-Montana betrieb, ist am Freitag von den Schweizer Behörden festgenommen worden. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit, nachdem mehrere Medien übereinstimmend berichtet hatten.

40 Tote bei Bar-Brand in Crans-Montana

Der Schritt sei nach einer sechsstündigen Anhörung durch die Walliser Staatsanwaltschaft erfolgt (lesen Sie hier mehr zu der Befragung). Innerhalb von 48 Stunden muss nun entschieden werden, ob der 49-jährige Gastronom wegen "konkreter Fluchtgefahr" in Haft bleibt. Zunächst hatte die Polizei von einer Festnahme abgesehen, da keine Haftgründe vorgelegen hätten.

Dem Franzosen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen. Seine ebenfalls verdächtige Frau verließ das Justizgebäude am Freitag in Freiheit. "Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können", sagte sie unter Schluchzen und bat um Entschuldigung.

In der Bar "Le Constellation" im Kanton Wallis war in der Silvesternacht ein verheerendes Feuer ausgebrochen. 40 Menschen starben bei dem Inferno, 116 wurden verletzt, teils mit schwersten Brandwunden. Unter den Opfern sind viele Jugendliche und junge Erwachsene. 

Als Ursache für das Feuer gelten Pyro-Sprühfontänen, die die Schaumstoffverkleidung an der Decke der Bar in Brand gesetzt haben sollen. Zudem gibt es Berichte über ausgebliebene Brandschutzkontrollen der Behörden – sie stehen daher in der Kritik.

An diesem Freitag erinnerten eine Schweigeminute und Glockengeläut in der Schweiz an die Opfer des Unglücks.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach seiner Veröffentlichung mehrfach aktualisiert.

Quellen: "24heures.ch", "lémanbleu.tv", Nachrichtenagenturen AFP und DPA

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