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Gesteinsanalyse Der Mond ist jünger als gedacht


Unser Erdbegleiter könnte deutlich jünger sein als bisher angenommen. Das zeigen neue Analysen von Mondgestein aus dem Fundus der US-Weltraumbehörde Nasa.

Der Mond ist einer Studie zufolge bis zu 200 Millionen Jahre jünger als gedacht. Das geht aus der Analyse von Mondgestein hervor, die von der Apollo-16-Mission aus dem Jahr 1972 stammen. Die Ergebnisse der Untersuchung präsentiert das internationale Forscherteam jetzt in der Zeitschrift "Nature".

Die Forscher um Lars Borg vom "Lawrence Livermore National Laboratory" hatten für ihre Erkenntnisse das Alter eines speziellen, aus Magma entstandenen Mondgesteintyps bestimmt. Zur Datierung des sogenannten Anorthosits nutzten sie Blei- und Neodym-Isotopen. Das Alter des Mondes wird damit auf 4,36 Milliarden Jahre geschätzt. Bislang ging die Wissenschaft generell davon aus, dass sich der Mond vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren bildete - durch einen Zusammenprall eines planetengroßen Objekts mit der im Entstehen begriffenen Erde. Zu Beginn soll dieser Theorie zufolge auf dem Mond ein Magma-Meer gewesen sein, das sich nach und nach abkühlte und zu dem felsigen, unwirtlichen und luftlosen Himmelskörper verfestigte.

Theorien müssen überdacht werden

"Das außergewöhnlich junge Alter dieses Stücks vom Mond bedeutet entweder, dass der Mond sich wesentlich später verfestigte als bislang angenommen, oder dass wir unsere gesamte Vorstellung der geochemischen Geschichte des Mondes überdenken müssen", sagte Richard Carlson von der Carnegie Institution for Science in Washington.

Sollten sich die Schätzungen bestätigen, hieße dies, dass die ältesten Krusten von Erde und Mond in etwa zur gleichen Zeit entstanden, nämlich nach der großen Kollision. Die Datierung stimmt mit Altersschätzungen für das Mineral Zirkon überein, das im Westen Australiens gefunden wurde. Es ist das älteste jemals auf der Erde entdeckte Mineral.

Erst vor Kurzem hatten Forscher eine Erklärung dafür geliefert, warum sich die Rück- und Vorderseite des Mondes so stark voneinander unterscheiden. Demnach hatte die Erde über einen langen Zeitraum hinweg zwei Trabanten, die schließlich aufeinanderprallten.

lea/AFP AFP

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