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Erde trifft Theia: Mond entstand bei enormer Planetenkollision

Ein Rätsel des Weltalls mehr scheint gelöst: Eine gigantische Planetenkollision in der Frühzeit des Sonnensystems formte den Mond. Dabei kollidierte die Erde mit dem Planeten Theia.

Vor über vier Milliarden Jahren gab es einen Riesen-Crash im All. Die  Erde stieß mit einem anderen Himmelskörper zusammen - das Produkt war der Mond.

Vor über vier Milliarden Jahren gab es einen Riesen-Crash im All. Die
Erde stieß mit einem anderen Himmelskörper zusammen - das Produkt war der Mond.

Der Mond ist durch den Zusammenstoß der jungen Erde mit einem anderen Planeten entstanden. Durch die Analyse von Mondgestein der "Apollo"-Missionen konnten deutsche Wissenschaftler diese Hypothese nun erhärten, wie die Universität Göttingen am Donnerstag mitteilte. Forscher der Universitäten Göttingen, Köln und Münster wiesen demnach erstmals einen Unterschied im Verhältnis der Sauerstoffisotope zwischen Erde und Mond nach. Dieser bislang fehlende Nachweis galt bis dato als Widerspruch in der gängigen Theorie zur Mond-Entstehung.

Astronomen gehen schon lange davon aus, dass die Erde vor rund 4,5 Milliarden Jahren mit dem Planeten Theia zusammenstieß - einem Himmelskörper, der etwa so groß wie unser Nachbarplanet Mars war. Aus dieser Kollision entstand dann der Erdmond.

Als Schwachpunkt dieser Hypothese galt allerdings, dass lange keine Unterschiede bei der Isotopen-Zusammensetzung von Erde und Mond gefunden werden konnten. Solche Unterschiede sollten aber vorhanden sein, wenn sich der Mond tatsächlich aus Materie von der Erde und von Theia gebildet hat.

Chemische Analyse liefert den Beweis

Diesen fehlenden Nachweis erbrachten nun deutsche Forscher durch Untersuchungen im Isotopenlabor am Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen. Sie analysierten Gesteinsproben, die Nasa-Astronauten der "Apollo"-Missionen zwischen 1969 und 1972 vom Mond mitgebracht hatten. Die Wissenschaftler setzten den Sauerstoff der Mondgesteine frei, reinigten ihn aufwändig und analysierten ihn in einem Gasmassenspektrometer.

Dabei fanden sie erstmals eine "minimale Differenz" im Verhältnis der Sauerstoffisotope, wie der Forscher Daniel Herwartz erläuterte, der die Studie an der Universität Göttingen leitete und jetzt an der Universität Köln arbeitet. Den Wissenschaftlern zufolge kann es mit den neuen Forschungsergebnissen als nahezu gesichert gelten, dass die gigantische Planetenkollision in der Frühzeit des Sonnensystems tatsächlich stattfand. Dass die Isotopen-Zusammensetzung von Mond und Erde dennoch so ähnlich ist, könnte laut Herwartz daran liegen, "dass beide Planeten in derselben Region entstanden sind". Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift "Science".

ivi/AFP / AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?