morgenstern War ein Insider in den Gelsenkirchener Millionen-Coup involviert?

Ein Foto zeigt den aufgebohrten Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen. In Berlin scheiterte ein Automaten-Einbruch
Beim Einbruch-Coup in die Gelsenkirchener Sparkasse machten Diebe Ende vergangenen Jahres Millionenbeute. In Berlin waren andere nicht ganz so erfolgreich
© Polizei Gelsenkirchen / DPA
Die Polizei hat beim Gelsenkirchener Sparkassen-Einbruch einen neuen Verdacht. Während des Berliner Stromausfalls scheitert der nächste Coup. Außerdem: Trump, Venezuela, Grönland.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die Millionen auf dem Konto, wer träumt nicht davon? Die einen ackern dafür fleißig, die anderen erben und liegen in der Hängematte. Die einen probieren ihr Glück (meist erfolglos) im Lotto oder zocken (hin und wieder erfolgreich) an der Börse. Und wieder andere werden kriminell. 

Um Letztere soll es an dieser Stelle gehen: Neuigkeiten aus dem Westen der Bundesrepublik – und aus der Berliner Dunkelheit.

War ein Insider in den Gelsenkirchener Millionen-Coup involviert?

Mit einem Spezialbohrer gruben sie sich in den Tresorraum einer Sparkasse, knackten über 3000 Schließfächer: Die Gelsenkirchener Panzerknacker haben Ende vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen gemacht. Die Unbekannten zogen mit Bargeld, Schmuck und Gold von dannen. Erst hieß es, sie hätten 30 Millionen Euro erbeutet, dann wurde die Summe ein bisschen nach oben korrigiert: Möglicherweise könnten es auch 100 Millionen Euro gewesen sein. So ganz genau weiß man das noch nicht.

Wer waren die Täter? Das weiß man auch noch nicht so genau. Die Polizei ermittelt weiter auf Hochtouren, gestern durchsuchten Ermittler die Bank. Das Ziel sei die Sicherung von Datenträgern und Kundendaten gewesen, man arbeite gut mit der Sparkasse zusammen, sagte ein Sprecher zum stern. 

Die "WAZ" will unterdessen aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass der Verdacht auf Weitergabe von Insiderwissen an Täter hinter der Durchsuchungsaktion steckt: Offenbar sei die Alarmanlage des Tresorraums nicht eingeschaltet gewesen. Der Zugang zum Archiv nebenan, aus dem die Bohr-Aktion lief, sei durch die Nutzung eines achtstelligen Codes erfolgt. Den zu erraten, dürfte wohl eher schwierig gewesen sein.

Während in Gelsenkirchen noch viele Fragen offen sind und die Ermittlungen wohl noch eine Weile dauern dürften, macht eine weitere Geldraub-Meldung aus Berlin die Runde. Offenbar involviert: ein berühmter Clan. Spoiler: Hier waren die Panzerknacker trotz des Schutzes durch die stromausfallbedingte Dunkelheit erfolglos.

Weiter Stromausfall-Dunkelheit in Berlin – ein dieselbetriebener Lichtmast sorgt für etwas Erhellung
Weiter Stromausfall-Dunkelheit in Berlin – ein dieselbetriebener Lichtmast sorgt für etwas Erhellung
© Christophe Gateau / DPA

Berlin: Automaten-Einbruch scheitert – Clan-Mitglieder involviert?

Noch bis morgen Nachmittag soll es dauern, bis im Berliner Südwesten wieder die Lichter angehen. Die Polizei rechnete bereits damit, dass Kriminelle versuchen würden, die schwierige Situation schamlos auszunutzen – und verstärkte massiv die Präsenz.

Das hat offenbar etwas gebracht: Im vom Stromausfall betroffenen Stadtteil Nikolassee hat die Polizei vereitelt, dass ein Geldautomat geknackt wurde. Bei einer Streife hätten Polizistinnen und Polizisten gegen 21.30 Uhr bemerkt, dass ein Mann nach ihrem Erscheinen von dem Automaten flüchtete und zu einem Auto rannte, schreibt die Polizei.

Das Fahrzeug raste Richtung Autobahn davon, die Polizei hinterher. Ein weiterer Mann rannte vom Auto weg, weitere Polizisten hinterher. Am Ende wurden vier Männer gestoppt beziehungsweise geschnappt. Am Geldautomaten fanden die Ermittler Einbruchsspuren, im Wagen lag eine Tasche mit Einbruchswerkzeug.

Die vier Männer im Alter zwischen 27 und 34 Jahren kamen in Polizeigewahrsam. Pikant: Wie die "Bild" berichtet, sollen die Tatverdächtigen Mitglieder des berühmt-berüchtigten Remmo-Clans sein. Angehörige des Clans wurden in der Vergangenheit unter anderem für Diebstähle aus einer Berliner Bank (2014), dem Berliner Bode Museum (2017) und dem Grünen Gewölbe in Dresden (2019) verantwortlich gemacht.

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Trumps erster Venezuela-Öl-Deal steht

Den Kampf gegen die Drogenkriminalität hatte Donald Trump als hehres Ziel vorgegeben, um seinen völkerrechtlich illegalen Angriff auf Venezuela und die Entführung und Festnahme von Diktator Nicolás Maduro zu rechtfertigen. Schnell war klar, dass es dem US-Präsidenten um andere Dinge gehen dürfte: Um noch mehr Macht, Einfluss – und Geld. Beziehungsweise im konkreten Fall Öl, das Geld bringt.

Schon wenige Tage nach dem Venezuela-Coup steht offenbar ein erster Deal: Trump greift direkt in die Ölindustrie Venezuelas ein, sichert sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Verkauf des Rohstoffs. Das südamerikanische Land werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel an sanktioniertem Öl an die USA liefern, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. 

Das Öl werde mit Schiffen direkt in US-Häfen gebracht, Energieminister Chris Wright sei angewiesen, den Plan "sofort" umzusetzen. Trump: "Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird."

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5-Minuten-Talk: Donald on tour – ist jetzt Grönland dran?

Auch in unserem Podcast 5-Minuten-Talk geht es um Donald Trump: Seine imperialistische Außenpolitik verstört Europa und zwingt Berlin, Paris und Co. zur Gegenwehr. Die Frage ist nur, was die EU in der Hand hat. Darüber diskutieren die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz:

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Ich wünsche Ihnen einen munteren Mittwoch!

Stefan Düsterhöft

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