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Kometensonde sendet Signale "Rosetta" ist aufgewacht


"Hallo, Welt!", twittert die Raumfahrtagentur Esa. Die Wissenschaftler sind froh, denn nach ihrem energiesparenden Dauerschlaf ist die Raumsonde "Rosetta" erwacht. Jetzt steuert sie einen Kometen an.

Die Kometensonde "Rosetta" ist nach jahrelangem "Winterschlaf" aufgewacht. "Rosetta" sei einsatzbereit, meldete die europäische Weltraumagentur Esa am Montagabend. "Hallo, Welt!", twitterte die Esa in mehreren Sprachen - weiter unten der Tweet auf Polnisch - in Anspielung auf das von "Rosetta" zum Kontrollzentrum gesandte Signal. Ein Webcast zeigte jubelnde Wissenschaftler im Kontrollzentrum in Darmstadt.

Der automatische Weckvorgang für die Instrumente an Bord der 810 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Sonde hatte am Montagvormittag begonnen. Das "Aufwachen" von "Rosetta" ist ein Meilenstein für die spektakuläre Kometenmission der Esa. Nach mehr als zehn Jahren im All soll die Sonde im Sommer den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko erreichen. "Rosetta" soll dann in eine Umlaufbahn um den Kometen einschwenken und später das Landegerät "Philae" auf dem Vier-Kilometer-Brocken aus Eis, gefrorenem Gas und Staub absetzen.

Einblick in die Entstehung unseres Sonnensystems

Von der 2004 gestarteten Mission erwarten die Forscher Aufschlüsse über die Zusammensetzung von Kometen, die als Überbleibsel bei der Entstehung des Sonnensystems von 4,6 Milliarden Jahren gelten.

"Rosetta" gehört zu den herausforderndsten Missionen des Weltraums", sagte der Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, Thomas Reiter. Weltraumforscher vergleichen das Vorhaben mit der Mondlandung 1969.

Kometen führen wie ein riesiger Kühlschrank Material aus der Urgeschichte in gefrorenem Zustand mit sich. "Sie besitzen die Materie von der Entstehung des Sonnensystems", beschrieb Reiter ihre Bedeutung. "Damit charakterisieren sie die Geschichte unserer Erde", sagte Esa-Flugdirektor Paolo Ferri.

"Rosettas" Wecker klingelte am Morgen um 11 Uhr MEZ. Ihr entscheidendes Signal dauerte so lange, weil die Sonde ihr System erst wieder hochfahren musste. Dann richtete sie ihre Antenne aus und schickte später ihr "Hallo, ich bin wach" zur Erde. Experten rechneten damit, dass das Signal die Entfernung in etwa 45 Minuten schaffte.

Als nächstes hört das Landegerät den Weckruf

Für die Wissenschaftler steht schon der nächste wichtige Termin im Kalender: Der Weckruf für das Landegerät "Philae" ist nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 28. März geplant. Eine Landung auf einem Kometen sei schwieriger als etwa auf einem Asteroiden, sagte der "Philae"-Leiter dem DLR, Stephan Ulamec. "Ein Komet gast aus und hat auch einen Schweif."

"Rosetta" war am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana aus ins All gestartet. Bis zum Kometen ist es für sie - für Weltall-Verhältnisse - mit neun Millionen Kilometern nicht mehr allzu weit.

Das Ende der Mission ist für Dezember 2015 geplant. "Rosetta" wäre dann 7,1 Milliarden Kilometer geflogen. "Philae" wird das Abenteuer aller Wahrscheinlichkeit nach nicht überleben: Wenn alles nach Plan läuft und der Komet im August 2015 auf seiner Bahn der Sonne am nächsten ist, wird es für den Lander glühend heiß.

anb/DPA/AFP DPA

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