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Nasa-Mission: "Discovery" bleibt länger im All

Das Space-Shuttle "Discovery" soll einen Tag länger als geplant im Weltraum bleiben. Der erste Ausstieg von zwei Astronauten war zuvor erfolgreich verlaufen.

Russische Raumfahrtexperten prüften am Sonntag diesen Plan. "Bis jetzt ist die Frage nicht entschieden", sagte ein Nasa-Vertreter der Agentur Interfax in der Flugleitzentrale in der Nähe Moskaus. Einen Tag zuvor hatten zwei Astronauten der Crew bei ihrem ersten Weltraumspaziergang erfolgreich Reparaturarbeiten getestet. Größere Schäden an der Außenhülle des Shuttle wurden bisher nicht entdeckt.

Die Astronauten seien zurzeit nicht nur damit beschäftigt, im Shuttle mitgebrachte Waren auf die ISS umzuladen, sondern müssten auch den zweiten Ausstieg ins All vorbereiten, sagte der Nasa-Sprecher. Am Montag soll während des Außeneinsatzes ein ausgefallenes Gyroskop ausgewechselt werden, das zur korrekten Positionierung der Raumstation wichtig ist und von denen es vier an Bord der ISS gibt.

Rückkehr am 8. August

Eine Verlängerung der Weltraumreise wäre nichts Ungewöhnliches und könnte zusätzliche Arbeiten ermöglichen, erklärte der Sprecher. Auf der ISS seien genügend Ressourcen vorhanden, um die "Discovery"- Besatzung einen Tag länger beherbergen zu können, fügte er hinzu. Damit würde sich die Rückkehr zur Erde auf den 8. August verschieben.

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Endgültiges grünes Licht für den Heimflug will die Nasa nicht vor Montag geben. Erst solle die genaue Analyse möglicher Schäden an der Außenhülle des Shuttle vorliegen, sagten Nasa-Vertreter in der Bodenzentrale in Houston (Texas). Sie deuteten aber zugleich an, dass einer Rückkehr nichts im Wege stehe.

Sieben Stunden im All

Zwei Astronauten des Shuttle waren am Samstag für fast sieben Stunden ins All ausgestiegen, um neben anderen Aufgaben die Raumfähre von außen zu inspizieren. Sie testeten zugleich neue Methoden zur Reparatur beschädigter Hitzekacheln. Dazu verwendeten sie auch Kalkmasse, die sie mit Spachteln auf die Schadstellen schmierten. Die Techniken waren als Konsequenz aus der "Columbia"-Tragödie entwickelt worden. Das Shuttle war 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander gebrochen, weil beim Start abgeplatzter Isolierschaumstoff vom Außentank den Hitzeschild beschädigt hatte.

Auch beim Start der "Discovery" am vergangenen Dienstag waren - wenn auch kleinere - Schaumstoffstücke abgesprengt worden, die das Shuttle aber nicht trafen. Die Nasa hatte danach vorsichtshalber alle weiter geplanten Raumfähren-Missionen auf Eis gelegt.

Bei ihrem von der Nasa als "äußerst erfolgreich" gefeierten Außeneinsatz hatten die Astronauten Soichi Noguchi aus Japan und der Amerikaner Stephen Robinson Aufnahmen von Dellen in der Shuttle-Hülle gemacht. Ein Nasa-Sprecher sagte, nach vorläufigen Einschätzungen sei das Shuttle in einem blendenden Zustand.

DPA/AP / AP / DPA
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