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Sonnensonde Ulysses: Nach 19 Jahren im All abgeschaltet

Sie analysierte den Sonnenwind, fing interstellare Teilchen und entdeckte Vulkanfontänen auf dem Jupitermond Io: Doch nun hat die Raumsonde Ulysses keine Energie mehr. Nach fast 19 Jahren im All endet daher die Mission der Sonde. Ihre Bahnen um die Sonne wird sie trotzdem weiter ziehen.

Nach fast zwei Jahrzehnten im All wird die Sonnensonde Ulysses am 30. Juni abgeschaltet. Damit endet einer der erfolgreichsten und längsten Einsätze der Raumfahrtgeschichte, berichtet die Europäische Raumfahrtagentur Esa. Ulysses, die 1990 gestartet war, war als erste Raumsonde über die Pole der Sonne geflogen und hatte zahlreiche Daten über ihr Magnetfeld gesammelt.

"Ulysses hat uns viel mehr über die Sonne und den sie umgebenden Raum gelehrt, als wir je erwartet hatten", erklärte Richard Marsden, ein Ulysses-Experte der Esa. Die Abschaltung erfolge in Absprache mit der US-Raumfahrtagentur Nasa, weil die Energieversorgung von Ulysses erlahme. Bislang erhielt das Raumschiff von der Größe eines Kleinwagens Strom durch die thermale Ausstrahlung eines Plutonium-Generators: Er setzt die beim Zerfall radioaktiver Isotope entstehende Wärme in elektrische Energie um. Doch die Strahlung wurde schwächer. Ohne Energie erfriert Ulysses: Wenn die Treibstoffleitungen nicht ausreichend beheizt werden, gefriert das Hydrazin, welches die Sonde antreibt. Die Sonde wird nach Aussage der Esa trotzdem weiter als künstlicher Komet die Sonne umkreisen.

Derweil baut die Esa in Argentinien ihre Empfangsstationen für Signale aus dem tiefen Weltraum aus. Ein Gebiet in der Provinz Mendoza sei ausgesucht worden, um eine neue 35-Meter-Antenne zu errichten, teilte die Esa mit. Das Wüstengebiet 1000 Kilometer westlich von Buenos Aires biete alle Voraussetzungen für eine langfristige Investition in eine Empfangsanlage. Die Esa hatte 35 Orte in Argentinien und Chile geprüft. Der Ort muss frei von Funkstörungen sein. Die Esa hat entsprechende Anlagen in Cebreros (Spanien) und New Norcia (Australien) sowie 15 andere Stationen. Die neue Anlage soll Mitte 2012 fertig sein.

DPA