US-Raumfähre Endeavour-Start zum fünften Mal abgebrochen


Es will einfach nicht klappen: Erneut ist der Countdown zum Start der US-Raumfähre Endeavour gestoppt worden, es war bereits der fünfte Startversuch. Schuld war das schlechte Wetter in Cape Canaveral. Die Astronauten nahmen es gelassen: "Das gehört nun einmal zu unserem Geschäft."

Auch im fünften Anlauf ist der Start der US- Raumfähre Endeavour mit sieben Astronauten an Bord am frühen Dienstagmorgen (MESZ) gescheitert. Wegen eines Gewitters und eines Sandsturms konnte der Shuttle nicht vom Weltraumbahnhof Cape Caneveral (US-Bundesstaat Florida) zur Internationalen Raumstation ISS abheben. Nun soll am Donnerstagmorgen ein sechster Anlauf gestartet werden, teilte die Nasa am Dienstag mit. Die Wetteraussichten seien für diesen Termin wesentlich besser: Das Risiko, dass schlechtes Wetter den Start erneut verhindere, liege dann nur noch bei vierzig Prozent. Ursprünglich hätte der Orbiter bereits vor einem Monat auf die Reise gehen sollen.

"Das Wetter hat uns wieder einen Streich gespielt. Das tut uns so leid", informierte Startdirektor Pete Nickolenko die Endeavour-Besatzung über das erneute Pech. "Wir verstehen das", antwortete Bordkommandeur Mark Polansky. "Das gehört nun einmal zu unserem Geschäft. Und wie ich schon sagte: Wenn der Zeitpunkt stimmt, werden wir bereit sein."

Technisch sei die Endeavour bei den Startversuchen in den vergangenen Tagen völlig in Ordnung gewesen, sagte ein Nasa-Sprecher. "Doch das Wetter spielte einfach nicht mit." Obwohl die Wetterbedingungen bereits den ganzen Tag über schlecht waren, brach die Nasa den Countdown erst zehn Minuten vor dem Termin ab. Ein Start bei Schlechtwetter ist vor allem deshalb nicht möglich, weil tiefe Wolken und heftige Winde eine Notlandung bei technischen Problemen des Shuttle in Cape Canaveral gefährden würden.

Nächster Versuch für Mittwoch geplant

Der nächste Starttermin wurde für Mittwoch 18.03 Uhr Ortszeit festgelegt, das ist Donnerstagmorgen 0.03 Uhr deutscher Zeit. Das Startfenster sei dann für etwa zehn Minuten geöffnet. Zunächst hatte es geheißen, der früheste nächste Starttermin sei der 27. Juli: Andernfalls könnten sich die Endeavour und ein russischer "Progress"-Raumtransporter, der in zehn Tagen zur ISS starten soll, in die Quere kommen. Sollte nun auch der sechste Versuch scheitern, dann nicht gelingen, ist ein Starttermin erst wieder Ende Juli möglich.

Hauptaufgabe während der auf 16 Tage an gelegten Endeavour-Mission ist es, eine Logistikplattform an der Außenwand des japanischen Raumlabor Kibo an der ISS anzubringen. Darauf sollen später Instrumente für Experimente im All installiert werden. Insgesamt sind für die Astronauten fünf Außeneinsätze geplant.

Ursprünglich sollte die Reise von Endeavour bereits vor einem Monat beginnen. Doch dann lief bei der Nasa allerhand schief. Bei den ersten zwei Startterminen machte jeweils ein Tankleck einen Strich durch die Rechnung. Dann gab es in der Nacht zum Samstag mehrere Blitzeinschläge an der Startrampe. Ein vierter Startanlauf musste ebenfalls wegen eines nahen Gewitters am Sonntagabend abgeblasen werden.

DPA/AP AP DPA

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