Verschobene Starts zur ISS Und täglich grüßt die "Discovery"


Bei ihrer Abschiedsvorstellung bereitet die "Discovery" der Nasa Schwierigkeiten: Seit Montag wird der Start der Raumfähre zur Internationalen Raumstation ISS fast täglich verschoben. Auch der fünfte Anlauf klappte nicht.

Wer wird schon gerne nach einem erfolgreichen Berufsleben aufs Abstellgleis gestellt? Sogar Space Shuttle haben damit wohl so ihre Probleme, das könnte man zumindest vermuten. Bei ihrem letzten Einsatz bockt die "Discovery" jedenfalls noch mal richtig. Das dienstälteste Shuttle der US-Raumfahrtbehörde Nasa kommt zu seinem Abschiedsflug einfach nicht vom Boden los. Seit Montag wird der Start immer wieder verschoben. Auch am Freitag klappte es nicht. Wegen eines Lecks am Außentank wurde Start erneut abgesagt, wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte.

Die Liste der Gründe, die den Aufbruch vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida verhinderten, ist mittlerweile lang:

  • Die Startpläne am Montag durchkreuzten zwei Lecks in den Helium- und Stickstoffleitungen des Steuersystems. Als neuen Termin fasste die Nasa den Dienstag ins Auge. Doch die Reparaturen und die anschließenden Tests dauerten länger.
  • Die Discovery sollte daher am Mittwoch abheben. Dann könne die Reise auch wirklich losgehen, zeigte sich Nasa-Testdirektor Jeff Spaulding optimistisch.
  • Doch Probleme mit einem Kontrollsystem machten den Nasa-Plänen einen Strich durch die Rechnung - und führten dazu, dass der Start zum dritten Mal innerhalb weniger Tage verlegt wurde; diesmal auf Donnerstagnachmittag.
  • Allerdings spielte dann das Wetter nicht mit. Der letzte Flug der Raumfähre wurde daher auf Freitag verschoben. Vorhersagen zufolge sollte das Wetter an diesem Tag günstiger sein.
  • Doch am Freitag entdeckten Nasa-Mitarbeiter ein Leck in der Wasserstoff-Leitung, als sie das Shuttle betankten. Da Wasserstoff leicht entflammen kann, sei dies ein "ernsthaftes Problem", teilte die US-Weltraumbehörde mit. Der Start wurde daher zum fünften Mal verschoben - um mindestens 72 Stunden.

"Der Abschiedsflug fällt der "Discovery" nicht leicht", sagte Nasa-Direktor Michael Leinbach schon am Mittwoch. "Sie macht uns ein paar Schwierigkeiten, aber das ist okay. Sie wird perfekt fliegen, wenn sie es erst einmal tut." Bis Montag hat die Discovery dafür noch Zeit. Das wäre laut Nasa der letztmöglich Starttermin in diesem Monat. Falls er nicht eingehalten werden kann, würde sich erst wieder am 1. Dezember ein mehrtägiges Zeitfenster öffnen.

Viele erfolgreiche Einsätze

Die "Discovery" ist das dienstälteste Shuttle der Nasa. Sie ist seit August 1984 im Einsatz und hat seitdem schon 38 Flüge hinter sich, mehr als jedes andere Space Shuttle. Sie sorgte immer wieder für Glanzstunden der Weltraumfahrt: So brachte die "Discovery" das Weltraumteleskop "Hubble" auf den Weg und dockte als erstes Shuttle an die russische Weltraumstation "Mir" an. Und sie brachte der Nasa Erfolge, als diese sie dringend gebrauchen konnte: Nach der Explosion der "Challenger" 1988 war die "Discovery" das erste Shuttle, das wieder abheben durfte. Und nach der "Columbia"-Katastrophe flog sie 2005 ebenfalls als erster Orbiter wieder ins All.

Die letzte Reise der Discovery soll elf Tage dauern. Neben sechs Astronauten und einem Modul für mehr Stauraum bringt die Raumfähre auch Ersatzteile zur ISS. Hauptattraktion des Fluges ist allerdings ein menschenähnlicher Roboter, der zu seiner ersten Reise ins All aufbricht. Experimente mit dem "Robonaut 2" (R2) sollen zeigen, wie Roboter in der Schwerelosigkeit zurechtkommen - und ob sie den Astronauten einmal bei komplizierten Arbeiten zur Hand gehen könnten.

Nach dem Start der "Discovery" ist nach derzeitiger Planung nur noch ein Shuttle-Start angesetzt. Im Februar soll die "Endeavour" zur ISS fliegen. Danach plant die Nasa, ihre Shuttles einzumotten. Die ISS ist dann vorerst nur noch mit russischen Sojus-Raketen zu erreichen.

lea/DPA DPA

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