Eskimos Prähistorische "Umweltverschmutzung"


Schon die prähistorischen Eskimos beeinflussten die Umwelt in der Arktis nachhaltig. Aber nicht unbedingt zum Negativen...

Walfänger vom Stamm der Thule-Eskimos haben die Umwelt im arktischen Zirkel Nordamerikas bereits vor etwa 800 Jahren so nachhaltig verändert, dass ihre Spuren noch heute zu finden sind. Menschen beeinflussten folglich die Umwelt früher als bisher angenommen. Die Veränderungen im hohen Norden Kanadas setzten damit keineswegs erst mit der Ankunft der Europäer ein, stellen Marianne Douglas vom Geologischen Institut der Universität Toronto und Kollegen in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" fest. Sie wiesen nach, dass die Thule-Eskimos die Wasserqualität von Teichen und Seen über Jahrhunderte hinweg veränderten, weil sie ihre Häuser aus den Knochen von Grönlandwalen bauten.

Die Nährstoffe, die im Laufe der Zeit aus diesen Knochen sickerten und sich in den umliegenden Seen absetzten, wirken sich dem Team zufolge noch heute auf deren Flora und Fauna sowie auf die chemischen und biologischen Eigenschaften ihres Wassers aus. Selbst an der Vegetation auf dem Land lasse sich der Einfluss der Walfischknochen noch ablesen, berichten die Forscher. Das Moos rund um die prähistorischen Thule-Siedlungen gedeihe besonders gut und steche sogar aus der Luft in die Augen.

Ausgefeilte Walfangtechnologie

Die Thule-Eskimos waren dem PNAS-Bericht zufolge die ersten Walfänger in der Hohen Arktis. Sie wanderten vor etwa 1000 Jahren von Alaska aus in den Norden Kanadas sowie nach Grönland. Auf die Insel Somerset, auf die sich die neue Studie konzentrierte, zogen sich die Thules in der Zeit von 1200 und 1600 n. Chr. jeweils zum Überwintern zurück. Laut Douglas verfügten sie schon bei ihrer Ankunft vor acht Jahrhunderten über eine ausgefeilte Walfangtechnologie.

Ihre großen, offenen Boote, Umniaks genannt, waren mit der Haut von Grönlandwalen bespannt und boten sieben bis acht Fängern Platz. Mit dieser Zahl von Besatzungsmitgliedern konnten sie ins offene Meer stechen. Raffinesse bewiesen auch die von den Thule-Eskimos benutzten Harpunen, deren Kopf sich bei einem Ruck bis zu 90 Grad drehte und damit noch weiter in den getroffenen Wal bohrte.

DPA DPA

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