VG-Wort Pixel

Kribbeln, Schwitzen, Herzrasen Kann Musik Orgasmen auslösen?


Ein Kribbeln kriecht den Körper entlang, der Magen flattert, der Herzschlag rast - laut einer Psychologin kann Musik bei manchen Menschen orgasmus-artige Reaktionen auslösen. Aber: Nur bestimmte Lieder haben das Potenzial, zu verführen.

Musikliebhaber kennen das vielleicht: Ein Stück läuft, eine Melodie, eine Tonfolge, ein bestimmter Ton - und auf der Haut macht sich wohliges Kribbeln breit. Gänsehaut, Glücksgefühle. Soweit, so normal. Bei der Studentin Psyche Loui jedoch regten sich noch ganz andere Empfindungen, als sie im Raum einer Freundin aus dem Radio plötzlich Rachmaninovs Klavierkonzert Nr. 2 hörte. Ihr Magen flatterte, ihr Herzschlag raste, ein Kribbeln kroch das Rückgrat entlang: Sie zeigte orgasmus-ähnliche Symptome.

Viele Jahre ist dieser Moment bereits her, doch bis heute hat Loui dieselben Gefühle, wenn sie das Stück hört. "Es gibt diese leichten melodischen Wendungen in der zweiten Hälfte, die mich immer wieder kriegen", sagte sie der BBC.

Loui, inzwischen Psychologin an der Wesleyan University in Connecticut, hat ihre Empfindungen zur Musik zu ihrem Forschungsthema gemacht. In einem Artikel für das Fachblatt "Frontiers in Psychology" erklärt sie das Phänomen, das viele Menschen als "Haut-Orgasmus" beschreiben: Bestimmte Kniffe oder Momente in einem Stück können demnach bei manchen Menschen orgasmus-artige Gefühle und Reaktionen auslösen. Oft seien es kleine Wechsel in der Harmonie, ein plötzlicher Sprung von leise zu laut - Töne und Wendungen, die überraschend, aber nicht unangenehm sind. Sie können dazu führen, dass das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird.

Nicht nur klassische Musik weist diese Momente auf. Loui hat mit der BBC eine Liste von Liedern zusammengestellt , die potenziell Haut-Orgasmen auslösen könnten. Mit dabei: Adeles "Someone like you", Oasis' "Wonderwall" und Céline Dions "My heart will go on".

Dass Musik körperliche Reaktionen auslösen kann, ist bereits länger bekannt: Schon 1991 hatte sich eine Studie mit dem Phänomen beschäftigt und herausgefunden, dass viele Menschen beim Hören ihrer Lieblingsstücke körperlich reagierten: Sie erschauerten, schwitzten oder berichteten sogar von sexueller Erregung.

car

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker