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Jerusalem: Archäologen entdecken 1800 Jahre altes Schwimmbad

Auch die Römer liebten das Wannenbad: Israelische Archäologen fanden bei Ausgrabungen in Jerusalem ein etwa 1800 Jahre altes Schwimmbecken. Es gehörte der zehnten römischen Legion. Nur ein Abdruck einer Hundetatze gibt noch Rätsel auf.

Israelische Archäologen haben bei Ausgrabungen in Jerusalems Altstadt ein etwa 1800 Jahre altes römisches Schwimmbecken gefunden. Die ansässige Altertumsbehörde teilte am Montag mit, es sei vermutlich Teil eines antiken Badehauses, das der zehnten römischen Legion in ihrer damaligen Garnisonsstadt diente. Das Becken wurde bei Ausgrabungen entdeckt, die vor dem geplanten Bau eines neuen Ritualbads für jüdische Männer in Jerusalem liefen.

Becken mit weißen Mosaik verkleidet

Die römischen Eroberer hatten den jüdischen Aufstand unter Bar Kochba im Jahre 135 endgültig niedergeschlagen und Jerusalem in Aelia Capitolina umbenannt. Juden war der Zutritt zu der Stadt verboten. Der neue Fund beweise, dass Aelia Capitolina größer war als ursprünglich angenommen, sagte der Leiter der Ausgrabungen, Ofer Sion. Das Lager der zehnten römischen Legion habe sich auf dem Gebiet der heutigen Altstadt Jerusalems befunden, vermutlich im Armenischen Viertel. "Der Fund des Badehauses in dem nahe gelegenen (heutigen) jüdischen Viertel beweist, dass die meisten Soldaten ausschwärmten und auch außerhalb des Lagers aktiv waren."

An der Seite des Badebeckens habe man mehrere einzelne Wannen gefunden, sagte Sion. Das Becken sei mit Hilfe einer Leitung mit Wasser gefüllt worden. Der Boden des Beckens war mit einem weißen Mosaik verkleidet. In den Badefliesen ist das Symbol der "Fretensis"- Legion eingraviert - LEG X FR.

"Eine weitere interessante Entdeckung, die während der Ausgrabungen für Aufregung sorgte, ist der Tatzenabdruck eines Hundes, der vermutlich einem der Soldaten gehörte", sagte Sion. Der Abdruck sei über dem Legionssymbol auf einem Dachziegel des Bads gefunden worden. "Es kann versehentlich passiert sein oder es war als Witz beabsichtigt", erklärte der Archäologe.

mm/DPA / DPA
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