Orgasmusstörungen Welche Therapieformen gibt es?


Als 1970 das US-amerikanische Forscherpaar William Masters und Virginia Johnson ihr richtungweisendes Sexualtherapie-Programm vorstellten, gehörten die Orgasmusstörungen der Frauen zu den klassischen Störungen. Und ihr Ansatz half in der Tat vielen Frauen dazu, dass "es klappte", indem sie ermutigt wurden, ihre Klitoris ins Spiel zu bringen. "Es" - das war der klitorale Orgasmus, und ungewollt wurde er zum "richtigen", zum natürlichen Orgasmus, ohne den es dann auch nicht gehen sollte.

In der modernen Sexualforschung haben die Orgasmusstörungen nicht mehr die zentrale Bedeutung. Die neue diagnostische Kategorie der "female sexual disorders" (FSD), der weiblichen Sexualstörungen, umfasst gleichwertig vier Störungen: der sexuellen Lust, der sexuellen Erregung, des Orgasmus und Schmerzen beim Verkehr.

Tantra, Sexprofile und Beckenbodentraining

Und in der Sexualtherapie blüht eine neue Vielfalt. Mit Beckenbodentraining sollen die körperlichen Voraussetzungen für die Orgasmusfähigkeit verbessert werden. Tantra-Übungen konzentrieren sich auf den orgastischen Energiefluss. Mit Testosteron soll die sexuelle Lust von Frauen unterstützt werden und im Nebeneffekt die Orgasmusbereitschaft erhöht werden. Komplexere Therapieformen wie der Masters-Johnson-Nachfolger "Hamburger Modell" und die Thérapie Sexocorporel des Kanadiers Desjardins integrieren körperbezogene Interventionen mit Psychotherapie. Die systemische Sexualtherapie konzentriert sich auf die Frage, wie sich aus den unterschiedlichen sexuellen Profilen zweier Partner eine erotische Gemeinsamkeit entwickeln lässt.

Alle diese Ansätze können Erfolge belegen. Welcher am besten passt, ist auch eine Frage der persönlichen Entscheidung.

Ulrich Clement

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