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Partnerschaft: Flirts schaden nicht immer der Beziehung

Ein Flirt mit einer anderen Person kann die bestehende Partnerschaft festigen - oder ihr schaden. Wie er wirkt, hängt vor allem davon ab, ob es sich beim Fremd-Flirter um einen Mann oder eine Frau handelt. Das berichten kanadische Psychologen, die Einfluss des Flirtens in einer Studie untersucht haben.

Psychologen untersuchten, wie sich flirten auf eine bestehende Partnerschaft auswirkt

Psychologen untersuchten, wie sich flirten auf eine bestehende Partnerschaft auswirkt

Bei Frauen kann sich ein Flirt mit einem Fremden festigend auf eine bestehende Partnerschaft auswirken. Bei Männern hingegen verschlechtert Flirten die Einstellung gegenüber der eigenen Partnerin eher. Das haben kanadische Wissenschaftler in einer Studie mit Freiwilligen gezeigt. Das Ergebnis widerspricht vorherigen Studien, die von einem generell negativen Einfluss von Flirts auf die Beständigkeit einer Partnerschaft bei beiden Geschlechtern ausgehen. Über ihre Ergebnisse berichten die Psychologen um John Lydon von der McGill-Universität in Montreal im Fachmagazin "Journal of Personality and Social Psychology".

Grundlage der Studie sind sieben Experimente mit 724 jungen heterosexuellen Männern und Frauen, die sich in ernsthaften Beziehungen befanden. In einem Experiment trafen 71 ahnungslose Männer auf eine attraktive Frau, die der Hälfte als Single vorgestellt wurde und mit ihnen flirtete. Der anderen Hälfte trat die Frau als unerreichbar entgegen und ignorierte die Männer einfach. Direkt nach diesem Zusammentreffen mussten die Probanden in einem Fragebogen angeben, wie sie reagieren würden, wenn sie herausgefunden hätten, dass ihre Partnerin sie angelogen hat. Zwölf Prozent der Männer, die geflirtet hatten, waren weniger gewillt, ihrer Partnerin zu vergeben. Das Gegenexperiment mit 58 Frauen zeigte, dass 17,5 Prozent der Frauen ihren Partnern eher ein schlechtes Verhalten entschuldigen würden.

Männer schätzen die Situation anders ein

Eine Interpretation der Wissenschaftler ist, dass Männer der Versuchung nicht widerstehen könnten beziehungsweise die Situation einfach anders einschätzten als Frauen. Würden sie eine attraktive Frau als Bedrohung für ihre Beziehung sehen, so würden sie vermutlich versuchen, die Partnerschaft zu schützen, erklären die Forscher.

In einem weiteren Experiment bereiteten die Wissenschaftler die Männer auf das Treffen mit einer attraktiven Frau vor. Sie sollten sich vorher eine Strategie ausdenken, um ihre Beziehung zu schützen. Diese Männer konnten sich besser von einer attraktiven Frau distanzieren als die Männer, die unvorbereitet in solch ein Treffen gerieten.

DDP / DDP
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