US-Starchirurg Carson Keine Alternative zur Operation der siamesischen Zwillinge


Hamburg - Der US-Starchirurg Benjamin Carson, der in einer spektakulären Operation im September in Baltimore die siamesischen Zwillinge Lea und Tabea aus Lemgo trennen will, sieht zu der Operation der knapp einjährigen Mädchen keine Alternative. In seinem ersten Interview zu dem Fall sagte der 52-jährige Mediziner dem stern, ohne OP bliebe ihnen nur "ein schreckliches Leben. Darum müssen wir uns dieser Aufgabe stellen".

Der Direktor der Kinder-Neurochirurgie an der berühmten John-Hopkins Klinik leitet das Team, das den riskanten chirurgischen Eingriff wagen wird. Die Vorbereitungen laufen bereits. Aus den Untersuchungsdaten wird ein dreidimensionales Modell der zusammengewachsenen Schädel erstellt, an dem die Ärzte den komplizierten und langwierigen Eingriff üben können. "Die Operation kann leicht 24 Stunden in Anspruch nehmen, oder sogar zwei oder drei Tage dauern", sagte Carson dem stern. Dass es dabei auch Risiken gibt, verschweigt er nicht. "Blutungen sind in solchen Fällen ein riesiges Problem." Dazu komme noch die Gefahr schwerer Schlaganfälle und Infektionen.

Benjamin Carson gesteht in dem Interview, nicht gerne Chirurg zu sein: "Vom ersten Moment meiner Karriere an habe ich es gehasst, Blut sehen zu müssen. Doch Gott hat mir nun einmal das Talent eines Chirurgen gegeben. Und sicher nicht, damit ich es nicht nutze. Was also soll ich machen?" Wenn alles gut läuft, könnten Lea und Tabea Weihnachten mit ihrer Familie schon wieder in Deutschland feiern. "Aber ob es dazu kommen wird, liegt nicht in meinen, sondern in Gottes Händen".


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