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Auf dem Mars Sonnenstürme schleudern Teile der Atmosphäre ins Weltall


Beinahe wöchentlich veröffentlicht die Nasa Neuigkeiten vom Mars. Jetzt liefert die US-Raumfahrtbehörde eine mögliche Erklärung für die dünne Mars-Atmosphäre: Demnach wirbeln Sonnenstürme kleinste Teilchen in das All.

Durch heftige Sonnenausbrüche verliert der Mars vermehrt Gas aus seiner Atmosphäre. Das zeigen Messungen der Raumsonde "Maven", die seit einem Jahr den Nachbarplaneten der Erde umkreist. Während eines Sonnenausbruchs entkommt demnach besonders viel Material aus der Marsatmosphäre ins All, berichten Forscher um Bruce Jakosky von der Universität von Colorado in Boulder im US-Fachblatt "Science".

Die Marssonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa untersucht seit rund einem Jahr kontinuierlich die Lufthülle des Roten Planeten. Dabei konnte sie im März dieses Jahres die Auswirkungen eines Sonnensturms auf die Marsatmosphäre beobachten. Bei einem Sonnensturm schleudert die Sonne elektrisch geladenes Gas ins All, das starke Magnetfelder mit sich trägt.

Bei dem Ausbruch vom März registrierte "Maven" magnetische Schläuche in der Marsatmosphäre, die bis zu 5000 Kilometer weit ins All rankten. Die magnetischen Schläuche erleichtern es elektrisch geladenen Molekülen aus der Marsatmosphäre, ins All zu entkommen. Darunter sind etwa Kohlendioxid- und Sauerstoffionen.

Sonnenstürme könnten Mars-Klima beeinflusst haben

Da Sonnenausbrüche im jungen Sonnensystem vermutlich häufig waren, könnten sie eine wichtige Rolle bei der angenommenen Ausdünnung der Marsatmosphäre gespielt haben, argumentieren die Forscher. Das könnte zu Klimaveränderungen auf dem Mars beigetragen haben. Viele Forscher gehen davon aus, dass der äußere Nachbar der Erde einst eine deutlich dichtere Lufthülle und dadurch ein wesentlich milderes Klima besaß als heute.

Weitere Untersuchungen der Sonde "Maven", die mehrfach durch die obere Marsatmosphäre getaucht ist, zeigen, dass die Kruste des Roten Planeten vermutlich einen wesentlichen Anteil zum Mars-Magnetfeld beiträgt. Außerdem beschreiben Planetenforscher in "Science" die überraschende Entdeckung von ausgedehnten Polarlichtern auf dem Mars, die von der Nasa bereits früher im Jahr bekanntgegeben worden war. Die Aurorae reichen bis zu 60 Kilometer an die Marsoberfläche heran - so dicht wie bei keinem anderen Planeten bisher beobachtet.

Staubwolke gibt Rätsel auf

Darüber hinaus hat die US-Raumsonde eine unerwartete globale Staubwolke um den Roten Planeten in 150 bis 1000 Kilometern Höhe entdeckt. Da es keinen bekannten Prozess gibt, der Staub von einem Planeten in diese Höhen hieven kann, nehmen die Forscher an, dass es sich um Staub handelt, der nicht von der Marsoberfläche stammt, sondern von einer bislang unbestimmten interplanetaren Quelle aus unserem Sonnensystem.

ikr/dpa

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