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Antarktis: Klimawandel bedroht Kaiserpinguine

Schmilzt das antarktische Seeeis entsprechend den aktuellen Vorhersagen, steht es schlecht um die Kaiserpinguine: Sie könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

Laut einer aktuellen Untersuchung liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Bestand der Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri) bis zum Ende dieses Jahrhunderts um mindestens 95 Prozent abnimmt, bei beinahe 40 Prozent. Die internationale Forschergruppe um Stéphanie Jenouvrier von der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution nutzte für ihre Prognose eine Bestandsaufnahme der Kaiserpinguine im antarktischen Adelieland in den Jahren 1962 bis 2005.

Sie stellten fest, dass häufige Warmwetterphasen das Wachstum der Pinguinpopulation dramatisch verringerten. Diesen Zusammenhang übertrugen sie auf die Vorhersagen des Weltklimaratens (IPCC). Nimmt der Packeisgürtel um die Antarktis gemäß dieser Vorhersagen ab, so werden im Jahr 2100 von den aktuell 6000 nur mehr etwa 400 brütende Paare des größten aller Pinguine übrig sein, errechneten die Forscher, die ihre Daten im Fachmagazin "PNAS" veröffentlichten.

Kaiserpinguine - bekannt für ihre langen Wanderungen zwischen Brut- und Nahrungsplätzen - nutzen das geschlossene Seeeis zur Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen. Zur Nahrungssuche begeben sie sich an die Packeisgrenze. Ein frühes Aufbrechen oder völliges Fehlen des Eises würde die Fortpflanzungsraten dramatisch senken und den Pinguinen ihre Nahrungsgrundlage entziehen. Der einzige Ausweg für die flugunfähigen Seevögel bestünde in schnellen Anpassungen, beispielsweise durch eine frühere Brutperiode oder das Abwandern in andere Brutgebiete. Bisher erwiesen sich die langlebigen Tiere aber als wenig anpassungsfähig, schreiben die Wissenschaftler.

DPA / DPA
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