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Archäologischer Fund: Die Grotte des Romulus

Im antiken Rom galt sie als Heiligtum: Die Höhle in der die Stadtgründer Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt wurden. Jetzt haben Archäologen diese legendäre Stätte ausgegraben.

Archäologen haben in Rom die Grotte entdeckt, in der nach der Legende eine Wölfin den Stadtgründer Romulus und seinen Zwillingsbruder Remus gesäugt hat. Es handelt sich mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um diese Höhle, erklärte der Archäologie-Professor Andrea Carandini begeistert. "Das ist eine der großartigsten Entdeckungen, die jemals gemacht wurden."

Die teilweise eingestürzte Grotte liegt nach Angaben der Experten in rund 16 Metern Tiefe im Palatin-Hügel, der als ältester bewohnter Teil der Stadt gilt. Die entdeckte Höhle ist mit Muscheln und Marmor geschmückt. Die Archäologen vermaßen sie in den vergangenen zwei Jahren mit Endoskopen und Lasern, weil sie fürchteten, sie werde bei Ausgrabungen weiter Schaden nehmen. Die Höhe der Höhle wird auf acht Meter und der Durchmesser auf 7,5 Meter geschätzt, sagte Giorgio Croci, einer der beteiligten Ingenieure.

Bei weiteren Ausgrabungen soll demnächst nach dem Eingang zu der heiligen Stätte gesucht werden. In antiken Texten ist von der Grotte als Lupercale die Rede – eine Anspielung auf "lupa", die lateinische Bezeichnung für Wölfin. Der Legende nach säugte das Tier Romulus und Remus, Söhne des Kriegsgottes Mars, nachdem sie in einem Korb auf dem Tiber ausgesetzt worden waren. Romulus gründete später die Stadt Rom und wurde nach einem tödlichen Streit mit seinem Bruder der erste König.

AP / AP
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