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Artenvielfalt: Expediton in den Central Park

Mehr als 300 Zoologen, Botaniker und Naturfreunde haben 24 Stunden lang den New Yorker Central Park durchkämmt, um erstmals ein Inventar der Artenvielfalt in dem 3,37 Quadratkilometer großen Gelände zu erstellen.

Mehr als 300 Zoologen, Botaniker und Naturfreunde haben am Wochenende 24 Stunden lang den New Yorker Central Park durchkämmt, um erstmals ein Inventar der Artenvielfalt in dem 3,37 Quadratkilometer großen Gelände zu erstellen. Die Aufstellung soll als Grundlage dienen, um künftig die Entwicklung der biologischen Gesundheit des Parks beurteilen zu können. Der Central Park feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag.

Wunder der Natur mitten in Manhattan

"Es sind nicht nur die Regenwälder von Mittelamerika, die von Lebewesen wimmeln", sagte der Präsident des Explorers Club, Richard Wiese. "Man kann die Wunder der Natur auch einen kurzen Spaziergang von den Großstadtschluchten Manhattans entfernt finden." Die Teilnehmer erkundeten Schlammablagerungen in weggeworfenen Bierflaschen, wateten durch die Uferränder von Teichen, suchten den Himmel mit Ferngläsern nach Vögeln ab und platzierten Lockfallen für Motten.

Im Juli vergangenen Jahres hatten Forscher im Central Park eine neue Hundertfüßer-Art nachgewiesen. Das mit 41 Beinpaaren ausgestattete, hellgelbe Würmchen erhielt den wissenschaftlichen Namen Nannarrup hoffmani - nach seinem Entdecker Richard Hoffman vom Museum für Naturgeschichte in Virginia. Diesmal wurden zwei Arten von Tardigraden entdeckt, die bislang nicht im Central Park gesichtet wurden. Tardigraden oder Bärtierchen sind winzige wirbellose Tiere, die sich durch Eiablage vermehren.

Hoffnung, alte Bekannte wiederzufinden

Raoul Bain vom Zentrum für Biodiversität und Artenschutz am Amerikanischen Museum für Naturgeschichte hoffte bei der 24-stündigen Suchaktion vor allem darauf, zwei Froscharten zu entdecken, die zuletzt 1982 im Central Park gesichtet wurden. Häufiger zu finden ist inzwischen die Rotwangenschmuckschildkröte. Die anmutigen Wasser-Reptilien wurden von New Yorkern als Haustier gekauft und dann in den Teichen des Central Parks ausgesetzt.

Die Ergebnisse der Aktion "Central Park BioBlitz" werden im Internet veröffentlicht. Nach einer vorläufigen Aufstellung wurden 836 Arten registriert, darunter 393 Pflanzen, 102 wirbellose Tiere, 78 Motten und Nachtfalter, 46 Vögel, zwölf Pilze und zehn Spinnenarten.

DPA
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