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Australien: Scharfschützen sollen Pinguine beschützen

Neun tote Zwerg-Pinguine - und vom Täter gibt es nur Bissspuren. Um zu verhindern, dass noch mehr der bedrohten Tiere an der australischen Küste zerfleischt werden, rüstet Sydney auf. Neben Infrarotkameras und Raubtierfallen sollen sogar Scharfschützen eingesetzt werden. Auch DNA-Tests sind geplant.

Nach einer Serie tödlicher Fuchs- und Hundeattacken auf Sydneys Pinguine hat sich die australische Stadt jetzt zum Einsatz von Scharfschützen zum Schutz der Seevögel entschlossen. Die Stadt arbeite hart daran, "die gefährdeten kleinen Pinguine" zu schützen, nachdem in den vergangenen Wochen bereits neun von ihnen zerfleischt worden seien, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Die Nationalpark-Verwaltung entsandte zwei Schützen, außerdem sollen Infrarotkameras und Raubtierfallen das Leben der bedrohten Zwerg-Pinguine sicherer machen.

Eine erste Autopsie der getöteten Tiere hat gezeigt: Der Übeltäter war entweder ein Hund oder ein Fuchs. Wie die Zeitung "Daily Telegraph" berichtet, sollen nun noch DNA-Tests gemacht werden, um herauszufinden, welches Tier der Täter war. Sollte dabei festgestellt werden, dass es sich um eine bestimmte Hundrasse handelt, könnte die Polizei sogar soweit gehen, mit einem Durchsuchungsbefehl bei Hundebesitzern aufzutauchen, um DNA-Proben von verdächtigen Tieren einzusammeln. Wenn der Täter überführt ist, drohen dem Besitzer dem Blatt zufolge ein saftiges Bußgeld und möglicherweise sogar eine Strafanzeige.

Die Schützen patrouillieren nach Angaben der Stadtverwaltung nun nachts im North-Head-Nationalpark der Stadt, wo 60 Pärchen in einer Brutkolonie leben. "Es ist die einzige Brutstätte an der Ostküste, deshalb ist es sehr wichtig, so gut wie möglich auf sie aufzupassen", sagte die Sprecherin. Sie versicherte, Spaziergänger liefen keine Gefahr, in die Schusslinie zu geraten.

ukl/AFP / AFP
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