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Avram Hershko: Vorreiter und unkonventioneller Denker

Über Jahrzehnte untersuchte der Biochemiker Avram Hershko mit den Kollegen seiner Fakultät, wie sich Eiweiße zerlegen lassen. Lohn seiner Arbeit: der Nobelpreis für Chemie 2004.

Der israelische Biochemiker Avram Hershko gilt als unkonventioneller Denker und herausragender Ansprechpartner für junge Wissenschaftler. Jahrzehntelang untersuchten der 67-Jährige und sein Institutskollege Aaron Ciechanover, wie sich Proteine (Eiweiße) zerlegen lassen. Ihre Ergebnisse helfen, Entstehung und Verlauf vieler Krankheiten zu verstehen, darunter auch bestimmte Krebsarten. Hershko schränkte im Jahr 2000 jedoch ein: "Man wird nicht gleich ein Allheilmittel für Krebs finden."

Seine Entdeckungen stehen in jedem Anfängerlehrbuch

Mehrfach forschten die israelischen Wissenschaftler gemeinsam mit dem US-Pionier Irwin Rose am Fox Chase Krebszentrum in Philadelphia. Nun wurden alle drei Forscher mit dem Chemie-Nobelpreis für ihre Erkenntnisse zum lebenswichtigen Eiweißabbau im Körper ausgezeichnet. "Ciechanover und Hershko zusammen haben das eigentliche Prinzip und Konzept entdeckt", sagte Frauke Melchior, Arbeitsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Diese Resultate stünden heute in jedem Anfänger-Lehrbuch.

Hershko wurde 1937 in der ungarischen Stadt Karcag geboren. 1950 emigrierte seine Familie nach Israel, wo der Forscher als Professor am Israel Institute of Technology (Technion) in Haifa tätig war. Seine berufliche Laufbahn führte ihn auch an die Hebräische Universität in Jerusalem und an die Universität von Kalifornien in San Francisco. Von 1965 bis 1967 war Hershko Arzt bei den israelischen Streitkräften. Der 67-Jährige wurde mehrfach ausgezeichnet und veröffentlichte viel beachtete Fachbücher.

DPA / DPA