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Balzverhalten: "Dufte" Bienenmännchen landen am besten

Lasst Blumen sprechen! Das beherzigen auch die Männchen der Prachtbiene. Sie sammeln und konservieren Blütendüfte - wahrscheinlich um den Weibchen der Art zu imponieren.

Die Männchen der Prachtbienen haben einen Sinn für blumige Gerüche: Sie sammeln Blütendüfte und konservieren diese in Taschen ihrer Hinterbeine. Dieses Phänomen ist in ganz Mittel- und Südamerika verbreitet, dennoch ist noch immer unklar, was die Bienenmännchen mit den Düften anfangen. Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf um Thomas Eltz und Klaus Lunau haben die Duftbiologie von drei mittelamerikanischen Prachtbienenarten untersucht. Sie vermuten jetzt, dass die Sammelleidenschaft zur Bildung eines Sexuallockstoffes dient.

Chemische Analysen der Dufttaschen zeigen den Forschern, dass das Duftbouquet eines Männchens aus bis zu 50 Komponenten besteht. Jede Bienen-Art verfügt dabei über eine typische Zusammensetzung dieser Gerüche. Um das individuelle Duftgemisch herzustellen, müssen die Männchen viele Wochen an unterschiedlichsten Blüten sammeln. Verblüffend finden die Forscher vor allem, dass es Bienen aus ganz verschiedenen Gegenden Panamas und Costa Ricas trotz unterschiedlicher Duftquellen gelingt, am Ende denselben artspezifischen Duft zu produzieren.

Liebesgabe per Flügelschlag

Um weitere Informationen über den Sinn des Düfte-Sammelns zu bekommen, beobachteten die Forscher zudem das Balzverhalten der Männchen mithilfe von Hochgeschwindigkeits-Kameras. Auf diese Weise konnten sie nachweisen, dass die Düfte während des Schwebfluges am Balzplatz durch eine komplizierte Beinbewegung freigesetzt und im Luftzug des Flügelschlages verbreitet werden. Dies deutet auf ein Lockmittel für Weibchen hin.

Dass die männlichen Duftbouquets artspezifisch sind, mache eine Verwendung als Sexuallockstoff sogar noch wahrscheinlicher. "Wenn der Sexuallockstoff so schwierig zu sammeln ist, sind die 'duften' Männchen diejenigen, die diese Schwierigkeiten überwanden und stellen schon aus diesem Grund eine gute Wahl für die Weibchen dar", erläutert Lunau. Künftige Experimente sollen hierfür den Beleg erbringen.

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