Deutscher Geographentag Klimawandel als "Weltkrieg"


Ein Bayreuther Professor hat den Klimawandel als einen "Weltkrieg" bezeichnet. Vor allem wirtschaftliche schwache Länder würden unter den Auswirkungen leiden - und daher verstecke sich dahinter eine schreiende Ungerechtigkeit.

Die wirtschaftlich schwachen Länder leiden nach Einschätzung des Bayreuther Professors Detlef Müller-Mahn zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Die Schäden würden in die Entwicklungsländer exportiert, die Gewinne verblieben dagegen auf der Nordhalbkugel, sagte der Professor für Bevölkerungs- und Sozialgeographie beim Deutschen Geographentag in Bayreuth. "Der Klimawandel ist eine schreiende Ungerechtigkeit."

Nach Müller-Mahns Auffassung ist es keineswegs eine Übertreibung, den Klimawandel als einen "Weltkrieg" zu bezeichnen. Die jüngsten Überschwemmungen in Afrika machten dies deutlich. Unter den Überflutungen leiden mehr als zwei Millionen Menschen in 20 Ländern.

Der Geographentag behandelt nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Geographie, Elmar Kulke, etliche aktuelle und gesellschaftliche Themen. Er nannte zum Beispiel die Umwelt- und Technologiekatastrophen, politisch motivierte Gewalt oder extreme Armut. Bis Freitag diskutieren etwa 2100 Wissenschaftler in Bayreuth. Der Kongress steht unter dem Motto "Umgang mit Risiken: Katastrophen, Destabilisierung, Sicherheit".


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker