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Frank Wilczek: Eine faszinierende Persönlichkeit

Kollegen sind voll des Lobes über den Physik-Nobelpreisträger Frank Wilczek. Er sprühe vor Ideen und habe die Gabe, kniffligste Fragen für jedermann verständlich zu erläutern.

Der Amerikaner Frank Wilczek gilt trotz seines vergleichsweise jungen Alters von 53 Jahren als einer der größten Denker der Welt auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Als faszinierende Persönlichkeit, die geradezu "sprüht vor Ideen", beschreibt der Forschungsdirektor des Hamburger Teilchenforschungszentrums DESY, Robert Klanner, den frisch gebackenen Nobelpreisträger für Physik. Das gleiche überschwängliche Lob widmet Klanner dem ehemaligen Professor von Wilczek, David Gross. Sie teilen sich die höchste Auszeichnung in ihrem Fach mit ihrem Kollegen David Politzer in Pasadena (Kalifornien).

Das Trio hatte bereits vor 30 Jahren die Eigenschaften jener Kraft beschrieben, die einen Atomkern zusammenhalten. "Natürlich habe ich schon eine Weile von so etwas geträumt", räumte Wilczek unmittelbar nach der Benachrichtigung durch das Nobelpreiskomitee in Stockholm ein. Er werde den Rest des Tages wie auf Wolken schweben, "etwa sechs Fuß (drei Meter) über dem Boden", erklärte er noch ganz benommen. Kollegen heben derweil sein Talent hervor, mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen und die kniffligsten Theorien für jedermann gut verständlich erläutern zu können. So wendet sich Wilczek in einer - laut Klanner "unglaublich anregenden" - Kolumne in der Fachzeitschrift "Physics Today" an Lehrer und andere Nichtwissenschaftler.

Emsiger Preisesammler

Der gebürtige New Yorker war gerade 21 Jahre alt, als ihm Anfang der 70er Jahre zusammen mit Gross die bahnbrechende Erkenntnis kam. Parallel war Politzer an der Harvard-Universität der bis dahin nicht näher definierten Kraft auf der Spur. Wilczek entwickelte seitdem ein weiteres Konzept, das in der Physik der kondensierten Materie derzeit eine wichtige Rolle spielt.

Wilczek bekam bereits einige der höchsten Physikpreise. Das Kulturwerk der Vereinten Nationen, UNESCO, ehrte ihn mit der Dirac-Medaille. Er erhielt den begehrten Sakurai-Preis der American Physical Society, die Lorentz-Medaille der Niederländischen Akademie der Wissenschaften. Zu den Stationen seiner Laufbahn gehört auch das Institut für fortgeschrittene Forschung in Princeton, an dem Albert Einstein bis zu seinem Tod forschte. Derzeit gehört Wilczek dem Massachusetts Institut für Technologie in Cambridge bei Boston an.

DPA / DPA