Genie-Alltag Witze für den depressiven Papagei


Albert Einstein erzählte seinem vermeintlich depressiven Papagei Witze, um ihn aufzumuntern. Das geht aus einem bislang verschollenen Tagebuch hervor.

Albert Einstein erzählte seinem vermeintlich depressiven Papagei Witze, um ihn aufzumuntern. Manchmal tat er auch so, als sei er krank, um Besucher abzuwimmeln. Das geht aus einem kürzlich entdeckten Tagebuch hervor, das die Freundin des 1955 gestorbenen Genies führte und über das die "New York Times" am Samstag berichtete. Die Aufzeichnungen von Johanna Fantova schildern Begebenheiten der letzten eineinhalb Jahre vor dem Tod Einsteins im Alter von 76 Jahren. Fantova, die 22 Jahre jünger als der 1933 aus Nazideutschland in die USA geflüchtete Physiker war, starb 1980.

Einstein verglich sich mit einem alten Auto

Das 62-seitige Tagebuch in deutscher Sprache wurde im Februar in der Firestone-Bibliothek der Universität Princeton gefunden, wo Fantova als Kuratorin arbeitete. Der "New York Times" zufolge enthalten vor allem Alltägliches aus dem Leben eines Mannes, der es mit Krankheiten und altersbedingten Unannehmlichkeiten zu tun hat. So verglich sich Einstein mit einem "alten Auto" und klagte darüber, dass ihn sein Gedächtnis zunehmend im Stich lasse.

Der Vater der Relativitätstheorie habe seine Frohnatur aber auch noch behalten, als es gesundheitlich mit ihm bergab ging. Fantova porträtiert Einstein als wachen Beobachter von Politikern und politischen Ereignissen. Scharf kritisierte er den Rüstungswettlauf der Supermächte und den antikommunistischen Kreuzzug von US-Senator Joseph McCarthy. Fantova hielt auch fest, dass ihr eine ungewöhnliche Ehre zuteil wurde: Sie durfte die weiße Mähne auf dem Haupt des legendären Physikers mit der Schere bearbeiten.

DPA


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