Hühner-Erbgut entschlüsselt Hühner sind zu 60 Prozent auch nur Menschen


Mensch und Huhn sind sich ähnlicher, als man gemeinhin annimmt: Bei der jetzt vorgestellten Genom-Analyse des Huhns ergab sich, dass 60 Prozent der Gene bei beiden miteinander verwandt sind.

Von der Entschlüsselung der Hühner-DNA versprechen sich die Genforscher wertvolle Erkenntnisse für das Verständnis des menschlichen Erbguts, wie sie in der Donnerstagausgabe der Fachzeitschrift "Nature" darlegen.

Ähnliche Gene für Eierschalen und Knochen

Auch wenn sich die Gene von Menschen und Hühnern seit 310 Millionen Jahren getrennt voneinander entwickelten, gebe es eine Grundlage für interessante Vergleiche, erklärte Richard Wilson von der Washington University School of Medicine in St. Louis. So könne die Forschung auf diese Weise chemische Schalter identifizieren, die einzelne Gene gewissermaßen an- und abschalten. Zudem ergab die jetzt abgeschlossene Analyse zur ersten Genom-Sequenzierung eines Vogels Gemeinsamkeiten bei bestimmten biologischen Funktionen. So ähneln die Gene für die Produktion von Proteinen der Eierschalen denjenigen Genen, die beim Menschen eine wichtige Rolle beim Knochenaufbau spielen.

Wilson erklärte, dass das Studium der Hühner-DNA auch neue Erkenntnisse zur Erforschung der Geflügelpest erbringen könnte. Es wird befürchtet, dass diese besonders schwere Form der Hühnergrippe eines Tages zu einer den Menschen erfassenden Epidemie werden könnte. Die ebenfalls an dem Forschungsprojekt beteiligten Biologen Jeremy Schmutz und Jane Grimwood vom Human-Genom-Zentrum Stanford rechnen damit, dass die Analyse der Hühner-DNA auch von der Landwirtschaft genutzt werden könne, indem erwünschte Merkmale in der Hühnerzucht gezielt gefördert werden.

Dreimal soviel Basenpaare beim Menschen

Wilson und seine Kollegen analysierten das Genom des in Asien lebenden Roten Kammhuhns (Gallus gallus), des nächsten natürlichen Verwandten unseres Haushuhns. Sein Erbgut besteht aus etwa 20.000 bis 23.000 Genen und ist damit etwa ebenso vielfältig wie das des Menschen. Allerdings gibt es beim Menschen drei Mal so viel Basenpaare wie beim Huhn - der genetische Code des Menschen besteht also aus mehr Buchstaben.

AP


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