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Linda B. Buck: Nachtmensch und Workaholic

Der Anruf aus Schweden kam mitten in der Nacht. Am Montagmorgen um 2.30 Uhr Ortszeit in Seattle erfuhr Linda B. Buck: Sie erhält den Nobelpreis für Medizin.

Linda Buck gehört zu den Stars des Fred Hutchinson Krebsforschungszentrums in Seattle. Dennoch habe sie der nächtliche Anruf des Nobelkomitees überrascht, berichtete Instituts-Pressesprecher Dean Forbes am Montagmorgen. "Sie hatte bis spät in die Nacht über Anträgen für Forschungsgelder gesessen und sich kaum schlafen gelegt, als sie vom Nobelpreiskomitee wieder geweckt wurde."

Sie sei mit dem Nobelpreis nicht unzufrieden, soll Buck geantwortet haben, als sie um 2.30 Ortszeit vom Anruf des schwedischen Karolinska Institutes aus dem Schlaf gerissen wurde, sagte Komitee-Chef Göran Hansson.

"Sie ist eher die Denkerin"

"Linda Buck sollte man am Morgen eher in Ruhe lassen, sie ist ein Nachtmensch und ein Workaholic", sagte Prof. Hans Hatt, Leiter des Lehrstuhls für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum, der Buck von Kongressen kennt. Die 57-jährige Geruchsforscherin - "sie ist eher die Denkerin" - sei nett, menschlich und offen. "Und sie ist keine Gegnerin von Parfüm."

Linda Buck wurde am 29. Januar 1947 in Seattle geboren, wo sie Psychologie und Mikrobiologie studierte. Nach ihrer immunologischen Doktorarbeit an der University of Texas in Dallas forschte sie gemeinsam mit dem Mitpreisträger Richard Axel an der Columbia University in New York. 1991 fanden beide zusammen eine Familie von rund 1000 Genen, die Andockstellen für Geruchsmoleküle auf den Riechzellen der Nasenschleimhaut verschlüsseln. In den Folgejahren forschte Buck in Boston und schließlich wieder in ihrer Heimatstadt Seattle.

Ansehnliche Preis-Sammlung

Vor dem Nobelpreis wurde Buck für ihre Erkenntnisse zum Geruchssinn bereits mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen bedacht. Zusammen mit Axel erhielt sie 2003 den Perl/UNC Neuroscience Prize und den International Award der Gairdner Foundation. Seit 2003 ist Linda Buck außerdem gewähltes Mitglied in der US-Akademie der Wissenschaften.

DPA / DPA
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