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Regen oder Sonnenschein?: Die Legende vom Siebenschläfertag

Glaubt man einer alten Bauernweisheit, folgen auf einen verregneten Siebenschläfertag sieben ebenso verregnete Wochen. Doch was hat es mit dem Mythos auf sich? Wir gehen der Geschichte auf den Grund.

Freunde von Bauernregeln achten am Donnerstag aufmerksam auf das Wetter. Am 27. Juni ist Siebenschläfertag. Und die Regel besagt: "Regnet's am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag." Ist alles nur ein Mythos? Die Trefferquote ist schließlich nicht beeindruckend hoch. Sie liegt für den Siebenschläfer im Binnenland bei etwa 55 bis 60 Prozent, im Alpenvorland bei etwa 70 Prozent, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Dies aber auch nur, wenn man die Regel großzügig auslegt, also nicht über einen Zeitraum von sieben, sondern eher nur für drei oder vier Wochen. "Computergestützte moderne Aussagen haben demgegenüber eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit", so der Wetterdienst.

Auch Meteorologe Dominik Jung von "wetter.net" erklärt laut einer Mitteilung: "Das Wetter an einem einzigen Tag bestimmend für den ganzen Sommer heranzunehmen, ist unsinnig." Die Regel sei aber anwendbar, wenn man sie auf den Zeitraum Ende Juni und Anfang Juli beziehe.

Verregnetes Deutschland

Am diesjährigen Siebenschläfertag zeigt sich das Wetter in Deutschland nicht gerade von seiner besten Seite. Es ist unbeständig und kühl, an der Nordseeküste herrscht Dauerregen, berichtet der Deutsche Wetterdienst. Zwischen Azorenhoch und einem über Skandinavien liegenden Tief fließt von Nordwesten subpolare Meeresluft nach Deutschland. Im Nordseeküstenbereich wehen starke Böen. Vom Westen zieht außerdem Gewitter heran, bei welchem lokale Starkregen von 15 Litern pro Quadratmeter möglich sind.

Deutschlandweit ist mit starken Regenschauern zu rechnen, die Temperaturen liegen zwischen zehn und 18 Grad. Die Aussichten für die nächsten Wochen könnten deutlich besser sein - glaubt man den Siebenschläfer-Mythologen.

Eine Legende biblischen Ursprungs

Mit dem gleichnamigen Nagetier hat der Siebenschläfertag übrigens nichts zu tun. Der Siebenschläfertag hat einen biblisch-historischen Hintergrund. Der Name geht auf eine Legende von sieben schlafenden Jünglingen zurück. Diese sollen während der Christenverfolgung im Jahr 251 in eine Höhle eingemauert worden sein. Am 27. Juni 446 erwachten sie und bezeugten den Glauben an die Auferstehung. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Sieben als Heilige verehrt und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

Viele halten allerdings nicht, wie der Kalender ausweist, den 27. Juni, sondern den 7. Juli für den eigentlichen Siebenschläfertag. Denn Papst Gregors Kalenderreform von 1582 hat den Tag verschoben.

kgi/DPA / DPA